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Faelschungen und Camouflagen

porsche911_big
Die deutsche Sprache hat
mehr als 500.000 Wörter.
Aber nur 3 Ziffern
können das Gefühl beschreiben.

Der neue 911
Porsche












In Düsseldorf ist OB-Wahlkampf. Im Weblog "Mehrzweckbeutel" gibt es einen Google-Angriff auf die Netz-Kampagne des FDP-Kandidaten Zeitz

Eine nette Imagebeschmutzung finden wir ... Aber was ist nun das Orginal liebe LeserInnen?


Nr. 1 Orginal?

Orginal oder Kopie (Nr. 1)

Nr. 1 Kopie?

Nr. 1 Orginal oder Kopie?

Nr. 2. Kopie?

fdp_plakate_muell-web

Nr. 2 Orginal?

fdp_plakate_muell-web_kopie

Trendy Shirts mit politischer Botschaft - sieht doch fast nach Fake aus, oder?

//nomilk.at/

"Gerade im Kontext der Kulturhauptstadt Graz mit ihrer Bemühung um Selbstdarstellung und Identitätsproduktion ist die Arbeit der Agentur "no_milk///no_honey" von besonderer Bedeutung und Brisanz.

Als weiterer Baustein des Projektes ist die Produktion von Gebrauchsartikel für TouristInnen wie Badetücher, Badebekleidung, Luftmatratzen usw. vorgesehen. Sie werden ebenfalls mit Informationen zur Situation in Österreich bedruckt und sollen bereits Frühjahr 2004 zum Verkauf angeboten werden."

"Linksradikale, antideutsch-sektiererische Kommunikationsguerilla"
überschreibt "Beniguma" einen Hinweis auf eine rechtsextremistische Imagebeschmutzungsaktion gegen "attac".

"Im Internet ist am 2. August eine gefälschte Webseite mit dem Titel "NPD-Attac" aufgetaucht. Darin wird neonazistisches Gedankengut popagiert und die Lüge verbreitet, NPD-Mitglieder würden sich in Zukunft bei Attac engagieren wollen. "

Berichte hierzu gibt es inzwischen von allenmöglichen Seiten. Neoliberale Rechte, die in einem "Online-Satire-Magazin" (nach eigener Einschätzung) die Aktion für sich reklamieren, lachen sich ins Fäustchen.

Wir amüsieren uns immer über solche Aufgeregtheiten der Linken, wenn sie selbst Gegenstand von Fake- oder Fälschungsaktionen werden. Anstatt über die Verderbtheit der Rechten zu jammern, sollten sich die Betreffenden überlegen, warum solche Versuche, attac tieferzulegen offensichtlich funktionieren. Wer Globalisierungskritik in eine solche Weise formuliert, muss eben gewahr sein, dass sie verwechselbar wird. Wir schlagen attac vor, dem inhaltlichen Grund der Wirksamkeit einer solchen Fälschung den Boden zu entziehen. Denn sonst bleibt man gegenüber solchen Aktionen derart hilflos und vor allem moralinsauer zurück. Insofern "goutieren" wir es durchaus, wenn attac gezwungen wird, sich an möglichen ideologischen Anknüpfungspunkte der NPD abzuarbeiten.

Es wird hier behauptet , dass unsere Blogchronik, ein solches Vorgehen nicht goutieren würde.
Beniguma versucht dann einem Kommentator zu erklären was der Sinn von Fälschungen und Überaffirmation sein könnte:
"der unterscheid zwischen reinen fälschungen und diesen komm-guerilla-sachen, die ich nebenbei ebenfalls für nur sehr begrenzt tauglich halte, ist, dass bei diesen überaffirmationen ja immer schon deutlich werden sollte, dass das nicht ganz stimmig (eben überaffirmiert) ist oder aber die fälschung irgendwann aufgelöst wird."

NACHTRAG: Hierzu gäbe es auch einiges anzumerken, aber davon ein andermal. Nur soviel. Die Auflösung muss nicht zwangsläufig kommen, kann, muss aber nicht. Und mitunter es die Überaffirmation auch von der Überidentifizierung zu unterscheiden. Vgl. Handbuch der KG.

Aber weil man dort attac ja in der Tendenz tatsächlich für politisch derart verdächtig hält (attac hat dort auch zunächst die Urheber vermutet, vgl. Telepolis), ist man im antideutschen Kontext in einer Zwickmühle, dass die eigene These nun von rechts spielerisch aufgenommen wird. Da man im Ernst den Rechten nichts Intelligentes unterstellen darf, wird hier ziemlich herumgeeiert. Das ist auch ein bisschen witzig an der ganzen Chose.

Platz 1: Zürich mit Matterhorn

Eine Fotomontage ist Zürichs bestverkaufte Ansichtskarte

"Eine Luftaufnahme des Sees, dahinter Eiger, Mönch, Jungfrau und das Matterhorn: Seit Jahren ist dieses gefälschte Sujet die meistverkaufte Ansichtskarte Zürichs. Jährlich rund 20 000-mal wird die Fotomontage in die grosse weite Welt verschickt.
(..) 121691_01_2807_BLIK_Zuerichbi_3_0
Die interne Hitparade der Fotosujets wird seit vielen Jahren von einer Fotomontage angeführt: Darauf ragen aus dem Horizont hinter dem Zürichsee nicht etwa die Glarner oder die Schwyzer Berggipfel hervor, sondern Eiger, Mönch, Jungfrau und das Matterhorn. Dieses touristische Konzentrat der Schweiz - es fehlt eigentlich nur noch, dass anstelle des Seedamms zwischen Rapperswil und Pfäffikon die Luzerner Kapellbrücke eingeschoben wird - wurde letztes Jahr 19 200-mal verkauft. In den Jahren zuvor waren es jeweils weit über 20 000 verkaufte Exemplare. Die Kunden seien sich durchaus bewusst, dass es sich um eine Fotomontage handelt, beteuert Bruno Paul, der am Zürcher Limmatquai seit 20 Jahren einen Souvenirladen führt. Korrekterweise ist dies auch auf der Rückseite der Ansichtskarte vermerkt."

NZZ, 25.7.2004


Die Ulmer Südwestpresse (28.7.2004) berichtete außerdem den für die Kommunikationsguerilla entscheidenden Sachverhalt

"Für Touristen ist die Realität offensichtlich nicht ganz so wichtig - Hauptsache das Motiv ist schön. Anders ist nicht zu erklären, dass verfälschte Postkarten in der Schweiz bei den Urlaubern besonders gut ankommen. Da stört es keinen, dass das Matterhorn bei Zürich liegt.
(...)
Photoglob-Fotograf Peter Jehle sieht den Erfolg der karte im Wunsch der Leute nach Idylle. 'Die Leute wollen nicht immer nur die blanke Wirklichkeit sehen."

Attac will das Vodafone Steuern zahlt.
vodatausch2Attac mahnt einen Global Player zur Einhaltung der nationalsstaatlichen Spielregeln. Das ist zwar Quark, weil es Illusionen schürt und weil es vor allem die veränderten Bedingungen der mondialisierten Produktion ignoriert und so tut, als ob es mit ein paar Millionen mehr Steuerzahlung getan ist, aber das soll hier nicht im Mittelpunkt stehen.

Interessant ist in unserem Kontext vor allem: Attac bedient sich in seiner Kampagne auch eines Elements der Kommunikationsguerilla, der Camouflage. Die Tatsache, dass es bei der attac-Kampagne bei der Übernahme eines solchen relativ formalen Elements bleibt kann aber auch nicht verwundern. Was da so alles möglich wäre, zeigen die nervösen Reaktionen von Vodafone. Würde Attac sich andere Praxen der Kommunikationsguerilla aneignen, würden sie auch nicht die Zahlung von Steuern fordern und ihre Staatsfixierung aufgeben.

Hier der Artikel über die Mittenwalder "Kampfelefanten" aus dem "Mittwalder Landboten". Zum Kontext der Abbildung.

elefanten


Eine schöne Zusammenstellung der Mittenwalder Aktion gegen die Gebirgsjäger-Kriegsverbrecher findet sich auf den Webseiten des Forums solidarisches und friedliches Augsburg .

Überraschung im Briefkasten. "Mittenwalder Landbote" heizt Stimmung weiter an.
von Christoph Schnürer

Mittenwald - So mancher Isartaler mag am Wochenende verwundert den Kopf geschüttelt haben, als er aus seinem Briefkasten den "Mittenwalder Landboten" gezogen hatte. Darin werden dezidiert die Verbrechen deutscher Gebirgsjäger im Zweiten Weltkrieg in Griechenland aufgezählt. Diese "Sonderausgabe" trägt ganz klar die Handschrift der "Angreifbaren Traditionspflege". Fünf Tage vor dem Pfingsttreffen der Gebirgstruppe auf den Hohen Brendten mobilisiert dieses Aktionsbündnis seine Sympatisanten mit immer unorthodoxeren Mitteln.
Der vier Seiten umfassende "Landbote", bei dem ein gewisser "Hans Mittermaier" ein "Grüß Gott miteinand" an seine Leser richtet, liegt auch bei Mittenwalds Polizeichef Alfred Holzer auf dem Schreibtisch. "Die suchen nicht Gewalt, sondern sie wollen stören und Aufmerksamkeit erregen", meint Holzer nach erster Lektüre.
Tatsächlich war die Postille schnell Ortsgespräch in Mittenwald. Passanten hatten am Samstagabend beobachtet, wie einige junge Männer etwa in der Bundeswehr-Siedlung in der Gebirgspionierstraße den "Landboten" an Windschutzscheiben befestigten oder diesen in diversen Briefkästen steckten.

Verstärkung durch "Kampfelefanten"

Wieviele dieser Blätter letzlich verteilt wurden, ist unklar. Ernst Antoni, Geschäftsführer der "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes" (VVN) in Bayern, die gemeinsam mit der "Angreifbaren Traditionspflege" zur Demonstration gegen Kriegsverbrecher nach Mittenwald aufruft, jedenfalls weiß nach eigenem Bekunden gar nichts vom jüngsten Coup der Brendtengegner. Er verweist auf VVN- Bundessprecher Ulrich Sander in Dortmund. Doch der war gestern telefonisch nicht zu erreichen.
Nicht ganz ernst gemeint scheint die Ankündigung im "Landboten" zu sein, mit drei Kampfelefanten anzurücken. Und wenns chon, " ein bayrischer Polizist kommt mit jeder Situation klar", unterstreicht Jachim Loy, Sprecher der Polizei-Direktion Weilheim. Weitaus realistischer scheint da via Internet angekündigte Radltour der Brendtengegner zu sein, die am Donnerstag 27. in München starten und über Wolfratshausen, Wallgau, Krün am Samstag 29.Mai, in Mittenwald ankommen soll. Motto: "Sommer, Sonne Kriegsverbrechen".
"Die haben sich auf uns fixiert", so schwant dem Vizepräsidenten des Kameradenkreises, Hans Peter Mayer nichts Gutes. Mit Schriften wie dem "Landboten" werde bewusst versucht, "einen Keil zwischen Kameradenkreis und Bundeswehr zu treiben". Artikel über das Massaker von Lyngiades, über Wehrmachtsveteranen, denen Mordprozesse drohen, über das "Traditionsverständnis der Bundeswehr" oder der Buchtipp "Mörder unterm Edelweiß" jedenfalls heizen das vergiftete Klima weiter an
Dabei hatte der Kamerdenkreis, der ehemalige und aktive Soldaten mittlerweile zum 47. Mal zum Gedenkgottesdienst auf den Hohen Brendten ruft, mit einer versöhnlichen Geste versucht, die Wogen zu glätten.

Gedenken an griechische Opfer

Anlässlich des 60. Jahrestages des Massakers in Kommeno, verübt von Angehörigen der Wehrmacht, nahmen im vergangegen Jahr Mayer und Kameradenkreis-Präsident, Brigadegeneral a.D. Ernst G. Coqui am 16. August an einer Gedenkfeier in dem kleinen griechischen Dorf teil (wir berichteten). Mit dabei war auch der deutsche Botschafter Dr. Albert Spiegel und der CDU- Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel. Der Kameradenkreis bezeichnete dies in einer Presse-Erklärung als "Eine heiße Reise in eine bedrückende Vergangenheit". Die Gegenseite ficht das offenbar nicht an. Sie wird an Pfingsten die bekannten Parolen rufen, ob die Mittenwalder wollen oder nicht.

Quelle: [antira-kalender] Presseschau Mittenwald

Die obskurste Strömung innerhalb der Linken sind die sogenannten Antideutschen:
harris1

Sie verbreiten schon mal Plakate, in denen dazu aufgefordert wird, Berlin zu bombardieren. Immerhin diejenige Stadt Deutschlands, in der die größte jüdische Gemeinde ansässig ist.

Merke: So ist das mit dem Antisemitismus. Er ist strukturell im bürgerlichen Individuum verankert. Daher kann er sich auch auf sehr unterschiedlichen Wegen bemerkbar machen. Bei den sogenannten Anti-Antisemiten offenbar auf solchen Plakaten. Oder ist das nur eine üble Fälschung?

Kein Fake aber eine Fälschung:

SZ, 28.01.2004
Gefälschter Bürgeraufruf
Münchner sollen Daten bei der Polizei speichern lassen

Der Termin „Sicherheitskonferenz“ rückt näher, und der Protest von Globalisierungs- respektive Kriegsgegnern nimmt langsam Formen an. Im Internet häufen sich Aufrufe zu Demonstrationen, an Bushäuschen pappen Aufkleber mit Anti-Nato-Sprüchen, und es gibt noch was Neues: eine Flugblattaktion von Unbekannten, die im Namen der Polizei und des Rathauses in der Altstadt, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt und der Maxvorstadt die Bürger zum Erkennungsdienst bitten. Derlei Blödeleien tauchen immer wieder einmal auf. Aber in diesem Fall fielen zahlreiche Leute auf den Streich rein – jedenfalls verzeichnete das Polizeipräsidium bis gestern Nachmittag mehrere Dutzend Anfragen bezüglich dieser „Erkennungsdienstaktion“.

In dem mit dem offiziellen Polizeistern und dem Stadtwappen versehenen falschen „Bürgeraufruf“ werden die Münchner zunächst an ihre „Mitverantwortung für die Innere Sicherheit“ erinnert. Im schönsten Bürokratendeutsch referieren die Fälscher dann über die „Qualitätssicherung und Effizienzsteigerung der bayerischen Sicherheitskonzepte“, ehe es ans Eingemachte geht: Bürger, heißt es da, kommt zur „Erfassung der biometrischen Personendaten im Rahmen des Pilotprojektes Automatisches Iris Identifikations-System“ ins Polizeipräsidium. Vom 26. bis 30. Januar, Zimmer 0311. „Bitte bringen Sie Ihren Personalausweis mit!“ Die Glaubwürdigkeit des Schreibens untermauert ein typisch münchnerischer Hinweis am Schluss: „Bitte kommen Sie mit dem MVV!“

Wie viele von den DIN A4-Zetteln aus Umweltpapier bislang im Stadtgebiet verteilt wurden, kann die Polizei nicht abschätzen. Doch egal ob es hunderte oder tausende waren, hier verstehen die Beamten keinen Spaß. Und es wird ermittelt: gegen Unbekannt, wegen einer Ordnungswidrigkeit, weil „das Impressum auf dem Schreiben unrichtig ist“, so ein Polizeisprecher. Zudem verstießen die Verfasser des „Bürgeraufrufs“ nach Auffassung der Beamten gegen das Geschmacksmustergesetz, indem sie den Polizeistern und das Stadtwappen samt Münchner Kindl zweckentfremdet haben. Die Frage lautet nun: Kann der Schuldige überhaupt gefunden werden? Denn beim Erkennungsdienst hat man auf den Schreiben so viele verschiedene Fingerabdrücke geortet, dass selbst ein „Automatisches Identifikations-System“ überfordert wäre.

Christian Rost

 

twoday.net AGB

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