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Fake

Na, das hat man davon, wenn man auf Hypes reinfällt. Nach dem erfolgreichen Fake geht die Polylux-Redaktion in die Offensive. Zum einen gratuliert sie den Akteuren ganz sportlich zum gelungen Fake, aber dann vergleicht sie deren Coup mit den Hitler-Tagebüchern. Nahc dem Motto, der größte Medienskandal seit anno Tobak. Geht's nicht noch eine Nummer größer? Die Redaktion hinter Frau von Hardenberg neigt offensichtlich zur Großspurigkeit, was natürlich provoziert.

Dennoch:

Der eigentliche Punkt, den die Redaktion in ihrer Darstellung macht, ist aber dann, als sie den Dow-Fake der YesMen ziemlich unkommentiert einbaut. Da zeigt sich dann auch der Unterschied und man fragt sich; was das Ganze eigentlich soll? Und in der Tat stellt sich die Frage, ob das Ziel und die Gegner richtig gewählt wurden. Nicht weil sich Polylux szenemässig, trendig gibt. Nee, weils vielleicht auch irrelevant ist, ob die nun einem gefakten Kokser aufsitzen oder nicht.

Aber das sind natürlich nicht die Kriterien des Boulevards a la Polylux. Insofern warten wir auf den nächsten Coup mit der notwendigen Gelassenheit: Try this at home ...

[Kommando Tito von Hardenberg]

Die ARD-Zeitgeistsendung „Polylux“ ist einem Fake des „Kommando Tito von Hardenberg“ aus dem Umfeld der Hedonistischen Internationalen aufgesessen. Das Magazin strahlte heute einen Beitrag über die „Alltagsdroge Speed“ aus. Der dort gezeigte Speed-User „Tim“ ist eine Erfindung des Kommandos. Er mag in Wirklichkeit gar kein Speed und macht auch keine „Speed-Diät“.



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Das gefäkte Interview

**Globalisierung, nein Danke! Die "Yes Men"**
Heute abend, 27. März 2008, 23. 45 bis 01:00, SWR-Fernsehen

Mit einer Fälschung der Webseite der WTO wurde die Netzkunst- und Aktivistengruppe "The Yes Men" über Nacht bekannt. Ihr Konzept: Mitglieder der Gruppe geben sich als Repräsentanten internationaler Konzerne oder Institutionen aus, lassen sich zu internationalen Wirtschaftskonferenzen einladen und karikieren mit übertriebenen Forderungen auf Konferenzen deren Ziele. Sie selbst bezeichnen dies als "Identitäts-Korrektur". Die zwei führenden Mitglieder der Gruppe - der Science-Fiction-Autor Jacques Servin und Igor Vamos, Assistenzprofessor am Renslaaer Polytechnic Institute, New York - sind unter einer Reihe von Pseudonymen bekannt. Die "Yes Men" betreiben raffinierte Unterwanderung internationaler Konferenzen und Organisationen. Niemand ist vor ihrer subversiven Kreativität sicher.

gefunden auf indymedia:
"Die Supermarktkette PLUS verkündete zu Jahresbeginn eine Sensation: Auf Wunsch der Kunden würden alle Produkte mit gentechnisch veränderten Inhaltsstoffen oder Produkte ohne Auskunft darüber aus dem Sortiment genommen.
Um sie nicht wegschmeißen zu müssen, wurden die Kunden in einem Anschreiben per Postwurfsendung dazu aufgefordert, sich alle entsprechenden Produkte am 3.1. (heute) ab 15 Uhr kostenlos abzuholen, solange der Vorrat reicht... Dazu zählen sämtliche Produkte der Firmen Nestle, Zott, Landliebe, Müllermilch, Kraft, Lindt, Ehrmann, Maggi, Weihenstephan, Ferrero und Danone.
Die ausführliche Begründung von PLUS findet sich in dem hier dokumentierten Anschreiben. PLUS freut sich auch über telefonische und persönliche Nachfragen zu der außergewöhnlichen Kampagne.

Heute ab 15 Uhr häuften sich in der Filiale in der Berliner Allee in Weißensee die Nachfragen. "Sie werden diese Produkte hier nicht kostenlos bekommen. Wir wollen unser Gift noch verkaufen", erklärte ein Sicherheitsangestellter gleich am Eingang. "Ich bin ja auch erst drauf reingefallen", erzählte er, "aber da hat sich wohl jemand einen üblen Scherz erlaubt".

Viele der Kunden waren enttäuscht, den vollen Einkaufswagen dann doch nicht mitnehmen zu dürfen. Schade eigentlich. Aber wer will schon Gentechnik essen, selbst wenn es umsonst ist?"

http://de.indymedia.org/2008/01/204128.shtml

In Österreicht gibt's nicht die BILD-Zeitung, sondern die "Krone". Dass wir es hier mit der Krone der Schöpfung zu tun haben, lässt sich allerdings kaum sagen. Das Blatt ist so unsäglich wie seine MacherInnen und vermutlich auch wie die LeserInnen. Der oberste Kronist ist allerdings ein gewisser "Hans Dichand" - mindestens so unsäglich wie "unser" Georg Wagner bei BILD. Nun hat Dichand auf seine Greisenjahre noch das Bloggen entdeckt. Und SchwuppdiWupp gab es einen "Doppelblogger", der unter gleichem Namen, also "Hans Dichand" quasi ein Paralellblog ("Aus österreichischer Sicht -
Gedanken zu den Ereignissen in unserem schönen Land") führte und der sich nach Klagedrohungen seitens Dichands auch gleich wieder enttarnte.

"Die Presse" (18.12. 2007) macht nun der Vergleich mit den YesMen auf. Bei allem Respekt, aber die betonen nicht so häufig, dass das alles Kunst oder Spaß sei:

"„The Yes Men“ als Vorbilder

Dichand irrte nur, als er eine „einmalige verbotene Handlung“ vermutete. Die internationalen Kommunikationsguerillas untergraben schon seit Anfang der 90er-Jahre Autoritäten aller Art: Medien, Firmen und Institutionen. Erst machen sie sich ihnen täuschend ähnlich, dann treiben sie ihre Botschaften auf die Spitze. Bis sich die ertappten Hörer und Leser Gedanken über das Original machen, dem sie bislang unreflektiert vertrauten. Berühmt wurden „The Yes Men“ aus New York. Sie fälschten die Website der Welthandelsorganisation WTO und ließen sich zu Konferenzen einladen. Dort empfahlen sie in eleganter Kleidung und ernsten Worten, die Sklaverei in Afrika wieder einzuführen: „Darum geht es beim freien Handel: um die Freiheit, alles zu kaufen und zu verkaufen – sogar Menschen“. Man hörte ihnen ehrfürchtig zu.

Verglichen damit nimmt sich Drösslers Tun harmlos aus. Er selbst definiert sich „nicht als Linken, sondern als Libertären“. Nachdem er sich selbst „abgebloggt“ hat, bleibt ihm eine Hoffnung: dass seine Aktion Kreise zieht. „Schön wäre es, wenn sich morgen ein anderer Faker zu Wort meldet, der einen Fellner oder Bronner imitiert.“

Kasten:
DER BLOGGER ALS ANARCHIST

Philipp Drössler hat den Blog von Hans Dichand ein Monat lang satirisch imitiert. Gestern stellte er sich der Öffentlichkeit.

Ein Blog oder Weblog ist ein im Internet geführtes Tagebuch, in dem der „Blogger“ seine Gedanken und Erlebnisse der Öffentlichkeit verkündet.

Kommunikationsguerilla nennt man Künstler und politische Aktivisten, die Botschaften anderer imitieren und überspitzen, um so Kritik zu üben. [Clemens Fabry]


Die YesMen schreiben jedenfalls nicht unter ihre Webseiten, dass es sich um ein "Stilmittel", nämlich Satire handele. das hindert offensichtlich in Österreich die ganze Camerilla kaum, sich maßlos aufzuregen ... und es kommt ja darauf an, die jeweilige kulturelle Grammatik verstanden zu haben ... Fake as Fake can ...

An der Uni Bremen wurden am 7. August Flugblätter verteilt, mit denen die Polizei dazu aufrief, Uni_Bremen_0807 Informationen weiterzugeben, die zur Ergreifung von Mitgliedern der militanten gruppe führen könnten. Da sich ein Teil der Berliner Zelle dadurch verriet, dass Mitglieder "über die intellektuellen Fähigkeiten" verfügten, "die anspruchsvollen Texte der militanten gruppe (mg) zu verfassen" und dass ihnen "Bibliotheken zur Verfügung standen", die sie "unauffällig nutzen konnten" trachtete die Bremer Polizei mit den Flugzetteln nach einem ähnlichen Fahndungserfolg. Mitarbeiter und Studenten der Universität wurden auf dem Zettel dazu aufgerufen, Personen, auf die die obigen Merkmale und weitere Verdachtsmomente, wie die Teilnahme an G8-Protesten, zutreffen, an die Polizei oder die Unileitung zu melden.

Erstmal ist man ja vorsichtig, wenn von denen eine Meldung kommt::

June 28, 2007
FOR IMMEDIATE RELEASE

EXXON HACKS THE YES MEN
Yes Men badly need sysadmin, server co-location

Contact: people at theyesmen.org

One day after the Yes Men made a joke announcement that ExxonMobil plans to turn billions of climate-change victims into a brand-new fuel called Vivoleum, the Yes Men’s upstream internet service provider shut down Vivoleum.com, the Yes Men’s spoof website, and cut off the Yes Men’s email service, in reaction to a complaint whose source they will not identify. The provider, Broadview Networks, also made the Yes Men remove all mention of Exxon from TheYesMen.org before they’d restore the Yes Men’s email service.

The Yes Men assume the complainant was Exxon. “Since parody is protected under US law, Exxon must think that people seeing the site will think Vivoleum’s a real Exxon product, not just a parody,” said Yes Man Mike Bonanno. “Exxon’s policies do already contribute to 150,000 climate-change related deaths each year,” added Yes Man Andy Bichlbaum. “So maybe it really is credible. What a resource!”

After receiving the complaint June 15, Broadview added a “filter” that disabled the Vivoleum.com IP address (64.115.210.59), and furthermore prevented email from being sent from the Yes Men’s primary IP address (64.115.210.58). Even after all Exxon logos were removed from both sites and a disclaimer was placed on Vivoleum.com on Tuesday, Broadview would still not remove the filter. (The disclaimer read: “Although Vivoleum is not a real ExxonMobil program, it might as well be.”)

Broadview did restore both IPs on Wednesday, after the Vivoleum.com website was completely disabled and all mention of Exxon was removed >from TheYesMen.org.
While this problem is temporarily resolved, the story is far from over. Meanwhile, though, two bigger problems loom, for which we’re asking your help:

1. THE YES MEN’S SERVER NEEDS A NEW HOME.

Broadview Networks provides internet connectivity to New York’s Thing.net and the websites and servers it hosts, including the Yes Men’s server. Thing.net has been a host for many years to numerous activist and artist websites and servers.
At the end of July, Thing.net will terminate its contract with Broadview and move its operations to Germany, where internet expression currently benefits from a friendlier legal climate than in the US, and where baseless threats by large corporations presumably have less weight with providers. At that time, the Yes Men and two other organizations with servers “co-located” at Thing.net will need a new home for those servers. Please write to us if you can offer such help or know of someone who can.

2. THE YES MEN NEED A SYSADMIN.

The Yes Men are desperately in need of a sysadmin. The position is unpaid at the moment, but it shouldn’t take much time for someone who knows Debian Linux very well. It involves monitoring the server, keeping it up-to-date, making sure email is working correctly, etc. The person could also maintain the Yes Men’s website (which will be updated next week), if she or he wants.

Thing.net also needs a sysadmin: someone living in New York who knows Linux well. The Thing.net position involves some money and the rewards of working for an organization that has consistently and at great personal risk supported groups like the Yes Men over the years.

THE YES MEN AND THING.NET THANK YOU!


Kommentare dazu finden sich bei sum1 und rebelart

wird ausführlich auf rebel:art (15.06.2007) beschrieben.

"Sie haben es wieder geschafft: Die Yes Men haben sich erneut erfolgreich in eine internationale Konferenz geschmuggelt und sich als falsche Repräsentaten ausgegeben. Diesmal wurde Yes Men-Andy Bichlbaum zu Shepard Wolff, einem Sprecher des Ölkonzerns Exxon. “Wolff kündigte an, dass die USA den Anteil von Rohöl, den man aus den Ölsandfeldern in Kanada bezieht, in den nächsten Jahren um das Fünffache steigern wolle. Bislang galt das als unmöglich. Aber man habe eine Rettungsmöglichkeit für das “worst case scenario” gefunden, durch welche sicher gestellt sei, dass das Öl weiter fließe: die Umwandlung von Milliarden von Menschen, die sterben, in Öl. Ein Mann, der sich als Florian Osenberg und Mitarbeiter von Exxon vorstellte, erklärte sodann, wie diese Technologie, welche menschliches Fleisch in ein neues Exxon-Produkt, genannt Vivoleum, umwandelt, aussehen wird.” (1) Das offizielle Dementi lief sofort über die Newsticker: “The Gas and Oil Exposition (GO-EXPO) 2007 has verified that today’s Keynote Luncheon speakers were impersonating representatives from Exxon Mobil and National Petroleum Council. dmg world media has confirmed with both organizations that the “environmental and corporate ethics activists” were not representatives of their respected organizations.” (2)"

Bei rebel:art gibt's auch Bilder und Hinweise auf weitere Quellen.

Ätsch,
spiegel online war zu langsam, die Atombombe im tschechischen Fernsehen war schneller:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,489442,00.html
und gestern war es auf
http://www.tschechien-online.org/news/8913-kunst-kriminell-atombomben-performance-tschechien/
sehr schön zu sehen:

Ztohoven hat sich ins TV gehackt und einen Atompilz in die erholsame Landschaft gezaubert.

Auch auf myspace:
http://myspace.com/ztohoven
Leider kann ich kein tschechisch. Wer hackt denn mal die "Sendungen" im öffentlichen Nahverkehr?

"Jonny Weckerle", so stellt sich die Jungle World offensichtlich vor, dass gefakt wird. Es ist wie immer in dieser Zeitung: Von nichts eine Ahnung aber davon ziemlich viel. Hinsichtlich der Spekulation um die Urheberschaft des "Bekennerschreibens" zur Mopo-"Autonome packen aus"-Fake-Story, heizt der folgende Artikel (22.5.2007) das Verwirrspielt nur weiter an. Weil die Verfasserin offenbar herausbekommen will, wie es wirklich gewesen ist, macht er sich dümmer als etwa der SPIEGEL-Artikel oder die taz:

"Autonome packen aus
in die presse

Die Hamburger Morgenpost war sich am Mittwoch voriger Woche sicher, einen großen Coup gelandet zu haben: »Autonome packen aus«, war in großen Lettern auf der Titelseite zu lesen. Angekündigt wurde ein »Exklusiv-Interview« mit »Ina (44) und Thomas (53)«, angeblich Beteiligte an der militanten Kampagne gegen das Mövenpick-Hotel im Sternschanzen-Park.

Die Bezeichnung als »Terroristen« oder »Kriminelle« lehnen Ina und Thomas in dem Interview entschieden ab: »Nennen Sie das, was wir tun, Notwehr.« Ihr Motiv für die Kampagne: »Ein öffentlicher Raum wurde von willfährigen Politikern einem Investor übergeben, damit der damit spekulieren kann. Die letzte Grünfläche im Viertel wurde den Bewohnern geraubt.« Die beiden Autonomen inszenieren sich nicht als ideologisch verhärtete Stadtguerilleros, sondern werben bürgernah um das Verständnis der Mopo-Leserschaft: »Wir haben doch nicht mit militanten Aktionen angefangen«, erklärten sie. Der Protest sei »von Anfang an kriminalisiert« worden: »Sie haben uns in die Ecke gedrängt, in der sie uns haben wollten.« Ein bisschen klingen sie wie Kommunalpolitiker, wenn sie Begriffe benutzen wie »Steuergelder«, »sozialverträglich« und »Naherholungsfläche«. Und auch menschlich zeigen sich die Militanten. Als werktätige Eltern seien sie einer Mehrfachbelastung ausgesetzt, denn »morgens nach einer Aktion müssen die Kinder genauso Frühstück bekommen wie sonst auch«.

Die Freude der Mopo über die Enthüllungsstory wurde jedoch bald getrübt, denn ein »Kommunikationsguerilla-Kommando ›Mövenpick-Protest goes G 8‹« verkündete auf Indymedia den Erfolg einer »lange geplanten Aktion«. Man habe der Mopo »abenteuerliche«, aber frei erfundene Geschichten untergeschoben und so die »Mopo-Titelseite gekapert«. Worin neben ein wenig Schadenfreude Sinn und Erfolg dieser Aktion liegen sollte, wird aus der wirren Erklärung allerdings nicht deutlich. Sie liest sich ähnlich unglaubwürdig wie das Interview, und so lässt sich wohl nur spekulieren, was hier echt und was inszeniert ist.

Zweifellos echt ist jedenfalls die gegenwärtige Terror-Hysterie, die Politiker, Medien und offenbar auch Autonome eifrig für ihre Public Relation nutzen.

jonny weckerle "


vice versa Jungle World ....

 

twoday.net AGB

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