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Auf Zeit Online (14.11. 2008) findet sich ein weiterer Artikel, der sich mit dem Phänomen der unwahren Behauptungen, die wahre Ereignisse schaffen, beschäftigt. Die Autorin erachtet die Verfasstheit der US-Medienlandschaft an, die erklären soll, warum so viele der Camouflage in Fake-Manier aufgesessen seien:

"Dass die Times dazu ausgesucht wurde, und nicht die Washington Post oder USA Today, ist kein Zufall.

Denn das Blatt, das ambitionierteste im US-Journalismus, hat durch seine Irakkriegs-Berichterstattung an Glaubwürdigkeit verloren: Die Linken schelten es, weil es auf die Massenvernichtungswaffensuada der Bush-Regierung hereingefallen ist, die Rechten werfen ihr bereits seit Stalin vor, sie verbiege die Fakten zugunsten der Liberalen. Dies hat Leser gekostet, ihre Aktien haben nur noch Schrottwert.

Aber der lange, heftige Wahlkampf verschärfte den Kampf um die Glaubwürdigkeit, nicht nur im Printbereich, auch im Fernsehen. Da tauchten wahlkämpfende Politiker in Satiresendungen auf und begegneten dort ihrem fiktionalen Double, wie Sarah Palin, die in der Comedyshow Saturday Night Life auf Tina Fey traf. Nachrichtensender wie Fox verpackten republikanische Propaganda in die Schlagworte „fair and balanced“ und bieten fiktionalen Charakteren wie „Joe The Plumber“, der weder Joe heißt, noch Klempner ist, eine echte Plattform. Derweil verwandelte CNN in der Wahlnacht seine Reporter in Hologramme, frei von Raum und Zeit.

Inzwischen verwirrt es nicht nur die Zuschauer, was eigentlich echt ist, sondern auch die Medien selbst. MSNBC, der Kabelableger von NBC, fiel kürzlich auf einen vermeintlichen McCain-Berater namens Martin Eisenstadt herein. Dieser habe der Presse gesagt, Sarah Palin wisse nicht, dass Afrika ein Kontinent sei und kein Land. Nicht nur MSNBC, sondern Sender berichteten das. Nur: Martin Eisenstadt gibt es nicht einmal. Er ist das Produkt zweier TV-Produzenten, die ihn für eine Fernsehserie erfunden haben."
 

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