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Born in the USAheißt es im österreichischen "Kurier" (13.1.2005) über die Maßnahmen eines Bayreuther Aktionskünstlers:

"Bayreuth - Ein mysteriöser Unbekannter "verziert" in einem Bayreuther Park immer wieder Hundehaufen mit amerikanischen Fähnchen. Über das Motiv dieses seltsamen Treibens kann Josef Öttl von der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth-Eremitage nur Vermutungen anstellen. "Vielleicht will jemand auf diese Weise gegen den Irak-Krieg protestieren oder auch nur auf die extreme Verkotung der Parkanlage aufmerksam machen."

Etwa 3.000 Hundehaufen "verziert"

Die Hoffnung, dass dieser Unfug mit der Präsidentenwahl in den USA aufhöre, habe sich nicht erfüllt, sagte Öttl. Seit rund einem Jahr seien mittlerweile zwischen 2.000 und 3.000 Hundehaufen "verziert" worden."

Täter schlägt nachts zu

"Mehrere Wochen passiert oft gar nichts und dann sind an einem Morgen bis zu 100 Häufchen mit amerikanischen Fähnchen garniert" erregt sich Öttl, der in diesem Vorgehen eine Verunglimpfung der amerikanischen Nation sieht. Da den 52 Hektar großen Park der Bayreuther Eremitage jedes Jahr bis zu 250.000 Menschen besuchen, kann der mysteriöse Unbekannte nach Öttls Auffassung sein Unwesen nur zwischen Mitternacht und 5.00 Uhr treiben.


Behörden geben sich gelassen

Die Polizei steht dem Treiben weitgehend hilflos gegenüber. "Wir laufen zwar verstärkt Streife, aber es ist nicht strafrechtlich relevant, amerikanische Fähnchen in Hundekot zu stecken", sagte Polizeisprecher Reiner Küchler. Ähnlich sieht dies auch die Justiz: "Die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit geht sehr weit", meinte Leitender Oberstaatsanwalt Thomas Janovsky."


HundescheissverbotIn Wien ist das mit der Hundekacke auf dem "Bürgersteig" tatsächlich so ein Problem ... jedenfalls wäre das mal eine andere Phantasie, die dann auch dazu führen würde, dass sich jemand befleissigt sehen würde, das Zeug zu entsorgen ...






"Wir wissen nicht, was wir mit ihm tun, wenn wir ihn erwischen, zitiert das englischsprachige Newsportal "Ananova", den Bayreuther Polizeisprecher, denn es gibt kein Gesetz, das so etwas verbieten würde:

"Police hunt poo protesters

Police in Germany are hunting pranksters who have been sticking miniature US flags into piles of dog poo in public parks.
(...)
The series of incidents was originally thought to be some sort of protest against the US-led invasion of Iraq. And then when it continued it was thought to be a protest against President George W. Bush's campaign for re-election. But it is still going on and the police say they are completely baffled as to who is to blame.

"We have sent out extra patrols to try to catch whoever is doing this in the act," said police spokesman Reiner Kuechler. "But frankly, we don't know what we would do if we caught them red handed."

Legal experts say there is no law against using faeces as a flag stand and the federal constitution is vague on the issue."


BR querzoom
Der Bayrische Rundfunk (Redaktion querzoom) schlägt einen amüsierten Ton an: "Flagge zeigen - in Bayreuths Hundehaufen" (18.1. 2005)


Die Financial Times (21.1 2005) verlegt das Ereignis nach Berlin und berichtet über die Lücken im Flagcode:

"Seit etwa einem Jahr versehen Unbekannte Hundehaufen auf Berlins Gehwegen und in Grünanlagen mit US-Fähnchen. Bis zu 3000 Stück Exkrement sind nach Schätzung der Parkverwaltung bereits auf diese Weise beflaggt worden.

Die Sicherheitsbehörden stehen vor einem Rätsel. Die genauen Motive der vermeintlichen Kotflaggen-Bande sind unklar. Zunächst vermuteten Ermittler eine Aktion gegen den Irak-Krieg. Aber selbst nach dem US-Präsidentschaftswahlkampf sank die Zahl der Köttelwimpel nicht.

Berlin verdankt Amerika einiges. Die Berliner Polizei hat daher vermehrt Streifen auf die Suche nach den Kotbeflaggern geschickt. Allgemein bekannt ist ja, wie sehr die Landesflagge jeden aufrechten US-Patrioten emotional berührt. Und Paragraf 176 des "United States Code" mahnt eindringlich an, die Flagge "nicht mit Geringschätzung zu behandeln". Nicht gestattet ist zudem, Decken damit zu behängen, und die Verwendung als Bettlaken.

Insgesamt 15 Verhaltensregeln umfasst der "Flag Code". Hundekot taucht nicht auf. Und auch Berlins Polizei ist ratlos, wie mit den Kotbeflaggern zu verfahren wäre. Handelt es sich womöglich schlicht um einen extremen Fall von Freiheitsliebe?"


Die Blogger haben das Thema entdeckt:
Etwa xy 12 mit ein paar netten Überlegungen über Flaggen (leider nur die amerikanische, wäre ja mal interessant, was passiert, wenn die deutsche Flagge zur Behübschung verwendet wird).

"Heisse Luft" findet dort das "Zitat des Tages" (14.1. 2005).


Inspirationsquellen
gab und gibt es eine ganze Reihe:

Zum Beispiel während der Proteste gegen den Golfkrieg (taz, 28.3.2003):
"In vielen arabischen Restaurants läuft die ganze Zeit al-Dschasira. Männer starren bedrückt auf den Fernseher. Vor der Mauer des Friedhofs am Mehringdamm liegt ein Haufen Hundescheiße, in den jemand eine kleine amerikanische Flagge gesteckt hat. Im Tagesspiegel stand ein Bush-Zitat: "Die Freiheit, die wir meinen, ist nicht Amerikas Geschenk an die Welt, sondern Gottes Geschenk an die Menschheit." Manchmal hat man den Eindruck, Bush habe wieder angefangen zu trinken."
Als Satire verkauft uns ein ähnliche Aktion, Christian Knoll, auf "politico - Politik und Politikwissenschaft im Netz " (3.8. 2004). Von dort ist auch obiges Photo.

Aber eigentlich stammt die Idee von der spanischen KG-Truppe "La Fiambrera Obrera", die in Sevilla unter dem Motto "INTERVENING THE CITY - A PROPOSSAL FOR AN ALTERNATIVE FORUM AND A "SUSTAINABLE" CITY FALLING DOWN TO PIECES", diese Art von nachhaltiger Stadtentwicklung entwickelte:


Fiambrera


"Si 8 Do", is more or less the contrary of the official motto of the Sevilla Council.
This one reads "No 8 Do", which must be read as "Thou have not abandonned me" and it is a reference to a distinction that some medieval king gave to Sevilla.
The motto is on absolutely everything in Sevilla: buses, uniforms, street posts... and quite obviously ours means "thou have abandonned me".
We started using these little flags with the changed motto, just by placing them on every dog-shit we found in the street, and there were hundreds of them.
Fiambrera should register the "dog-shit index" as a sociological and urbanistic tool to detect the availability of green areas (none at all in our barrio) and the degree of abandonment of a district (months and months without any cleaning brigade)."
contributor meinte am 15. Feb, 16:51:
Die Grenzen der Kunst
Da man bei "Morgaine and the Machine" nicht kommentieren darf, sei die Geschichte hier vermerkt. Offenbar hat dieses Thema die "Grenzen des guten Geschmacks" eines bestimmten Kunstverständnisses grob verletzt, anders kann ich mir so eine Reaktion gar nicht erklären:

"Auf diesem Niveau spiele ich nicht. Blog daher vorläufig aus dem Blogrolling entfernt."

Wie dem auch sei, Hundescheiße ist offensichtlich unter einem bestimmten Niveau, aber was ist mit dieser ganzen Kunstscheiße? 
dnepr meinte am 15. Feb, 16:58:
ich finde hundescheiße immer wieder gut etwas ohne worte zu kommentieren . 
tombo antwortete am 15. Feb, 17:06:
wer nicht will ...
... dass Hundescheisse als Kommunikationsmittel verewendet wird, soll sie halt wegräumen, verdammt noch mal. It's easy! Einfach rein mit de Finger, in die Tonne und gut is ;) 
contributor antwortete am 9. Mrz, 01:23:
so it is
Look for this:
Scheisshaufen 
 

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