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HappyBirthdayHeute vor einem Jahr (25.1. 2004) ging die "Blogchronik der Kommunikationsguerilla" erstmals online. Das wir das solange durchhalten konnten, hat auch mit dem sozialen Potential der Medientechnik Weblog zu tun. Wir verzeichnen immer mehr Beiträger und Subscriber. Das macht Hoffnung. Dabei sind wir bei weitem nicht in der Lage die gesamte Bandbreite an Aktionen und Ereignissen entsprechend angemessen aufzubereiten. Aber wir bleiben dran ...

Allen Beteiligten herzlichen Dank und überhaupt:
Die Kommunikationsguerilla ist richtig, weil sie wahr ist ....
sum1 meinte am 26. Jan, 01:05:
blogs killed the reality star
naja, alle achtung. die reichweite und die möglichkeiten eines blogs, vor allem für ein extremes nischenthema wie dieses, sollten nicht überschätzt werden. das ist ungefähr so als würde eine/r mit gedichtbänden in deutschland karriere machen. also, nichts geht über die realität, auch nicht das eigene beitragen zur medialen hyperrealität. 
kg2u antwortete am 26. Jan, 10:52:
was heisst hier reality?
Das mit der Nische stimmt zwar einerseits, andererseits wäre doch zu fragen, ob dasselbe nicht für andere Medien wie Bücher oder Freie Radios zutrifft. Der Unterschied besteht eben im Potential der Reichweite. Was nicht bedeutet, dass es auch rezipiert wird. Das ist schon klar. Und mit sozialem Potenial von Blogs war vor allem die Möglichkeit zur Kooperation gemeint. Der relative Erfolg des Begriffs Kommunikationsguerilla und den damit verbundenen politischen Praxen resultiert im übrigen aus der Verknüpfung verschiedener Medien-Realitäten (Real-Life-Auftritte, Bücher, Filme und Internet). Ein Weblog ist für die derzeitige Situation die praktikabelste Variante kollektiver Anstrengungen um die mit dem Begriff verbundenen politischen Artikulationsformen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die konstatierbare Zunahme von KG-Aktivitäten hat aber mehr mit gesellschaftlichem Wandel und Verschiebungen in der kapitalistischen Produktionsweise zu tun, als mit Phantasmen in unserer Hyprerrealität. Ein Weblog begleitet dieses Entwicklung auf die bisher adäquateste Weise. Vielleicht ergeben sich ja bald neue Möglichkeiten der Rahmung dieser Entwicklung. 
sum1 antwortete am 26. Jan, 13:09:
reichweite und eignung
ich zweifle die reichweite und eignung von weblogs in dreierlei weise an:

1) sie sind als social software viel zu linear, einseitig und hierarchisch, was dem ausspruch "the medium is the message" folgend zum hintertreiben egalitärer bemühungen auf struktureller ebene führt.

social software wie wikis, etwa wikipedia oder das korsakow system sind da viel weiter.


2) andererseits und teilweise aufgrund dessen verschlingt ein weblog disproportional mehr aufwand als es der erfolg im sinne des erreichens von rezipienten und der menge/größe der botschaft rechtfertigt.

angenommen so ein weblog verschlänge 2h täglich von einer person, was könnte diese mit den 60 h im monat sonst bewerkstelligen? nachbarschaftstreffen? aber auch eine sendung im freien radio die trotz nischen-verortung immerhin mehr menschen erreichen könnte und diese tiefer beeindrucken.

3) nach 1,5 jahren weblog bin ich sehr skeptisch zum thema vernetzung über dieses medium. es ist vergleichsweise ein rückschritt zu früheren konzepten wie mailingliste, indymedia/open posting oder flugblatt/pamphlet. vor allem ist es so gut wie unmöglich menschen über ein blog zum realen nicht virtuellen handeln zu bewegen. die flash mobs waren da eine ausnahme die die regel bestätigen.

während ein flugblatt aufruft, eine mailingliste informiert, lullt ein weblog ein und lädt zur info-wellness ein.


lediglich extrem aktive gruppen-weblogs können diese nachteile ein wenig nivellieren. dann taucht aber ein anderes problem auf, nicht zu bewältigende informationsflut. 
kg2u antwortete am 26. Jan, 13:42:
Mobilisierung
Hhm, das meiste was du sagst, trifft ja zu, aber hier hat glaube ich niemand den Anspruch oder die Illusion zu mobilisieren. Dieses Projekt ist eine Art Archiv das Anregungen liefern soll, in dem es Informationen bündelt. Die Blogchronik ist jedenfalls nichts für derlei Ambitionen. Sie kann allenfalls inspierend für eine bestimmte Aktivistenszene wirken. Das ist in der Tat nicht viel, aber dass, was eben unter bestimmten Bedingungen leistbar ist. Und Deine Zeitrechnung überzeugt insofern nicht, als dass wir doch wissen, dass es nicht am Medium, sondern an der Bereitschaft derjenigen, die mobilisiert werden sollen, hängt, ob sie sich bewegen oder nicht.
Das mit der Vernetzung vollzieht sich m.e. auch über Wikis u.a. nicht wesentlich besser. Und ob wir Dein Weblog über andere Medien eher kennengelernt hätten, erscheint mir dann doch zweifelhaft.
Für was Weblogs besser geeignet sind als andere Netzmedien wird sich im Laufe der zeit herauskristallisieren.

Alles im Allen habe ich den Eindruck, dass unsere Einschätzungen nicht soweit von einander entfernt sind, dass wir aber über verschiedene Dinge "reden". Aber klärend ist das allemal. 
 

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