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Rezeption der KG

Feuerwehr des Straßenkampfs. Die Hedonistische Internationale erweitert das Bewusstsein der darbenden Linken. Sie löscht, wenn es brennt. Und peppt Demos mit Spaß und Techno-Musik auf. taz vom 14.06.2010
//www.taz.de/1/debatte/theorie/artikel/1/feuerwehr-des-strassenkampfs/

Im Rahmen eines mehrsemestrigen Forschungsseminars am Institut für Kulturanthropologie/Volkskunde der Universität Hamburg entstand das Buch "Komm herunter, reih Dich ein - Kleine Geschichte der Protestformen". Herausgeber sind Klaus Schönberger (Vabanque) und Ove Sutter. In diesem Buch geht es zwangsläufig immer wieder um das Kommunikationsguerilla-Konzept (Graffitis, Tortenwerfen), aber auch um Streik, Boykott, Direkte Aktion oder um Medien und Kleidung.

Inzwischen sind einige wenige Rezensionen erschienen. Zuletzt im ak (545, 18.12. 2009).

Ausserdem in der Jungle World , 25.10.2009

sowie ein Interview im Schweizer Radio DRS2 (21.10.2009)

Artikel im Neuen Deutschland vom 1.2.2008

"Philosoph Klaus Theweleit fordert eine neue Stadtguerilla"
Du bist Dutschke</a>
so wirbt das tazjournal 2006/01 auf der Titelseit von "Dutschke und Du. Verändern, kämpfen, leben: Was wir von Rudi Dutschke lernen können""Das taz-Journal über Leben und Wirken des APO-Führers Rudi Dutschke und die Notwendigkeit und Möglichkeiten von Aktivismus, Protest und gesellschaftlicher Bewegung heute" enthält ein paar aufschlussreiche Artikel. Hier in unserem Zusammenhang ist vor allem das Interview mit Klaus Theweleit von Bedeutung, der in seinem orangepress-Verlag nicht nur "Culture Jamming" von Kalle Lasn herausgebracht hat, sondern auch in diesem taz-journal ein bemerkenswertes ausführliches Interview über die Widersprüche von 1968 gibt. Hinsichtlich der Frage "wie Guerilla heute aussehen könnte" :

taz: "Was tun?
Theweleit: Dazu braucht man unter anderem eine Sorte von Stadtguerialla, aber nicht mit Waffen, sondern mit Erfinderkraft und Witz. Dem Internet entnehme ich, dass ich heute eine Medienguerilla konstituiert. Mal sehen, was die tun.

taz: Muss man die Guerillamentalität wieder einüben?
Theweleit: Ja, wenn Sie damit das Denken der direkten Aktion meinen. Das fand ich richtig, als ich damals in den SDS ging und finde das auch heute noch richtig als politische Form. Dieses Sich-Bechwatzen lassen von Talk-Runden und dass alles über die Abstimmung der Repräsentativen läfut, das ist einer der Tode des Demokratischen."


Mal davon abgesehen, lieber Klaus Theweleit, dass Sie die "Internationale der Kommunikationsguerilla" auch direkt in Ihrem Freiburger Buchladen Jos Fritz mitbekommen hätten können, wo das "Handbuch der Kommunikationsguerilla" in den Jahren nach 1997 nicht schlecht gelaufen ist, abgesehen davon, dass der Begriff "Medienguerilla" die Sache nicht auf den Begriff bringt (was 1968 noch wichtiger war), sind wir natürlich völlig einverstanden. Grüsse aus dem Internet. Solidarische natürlich und Respekt für einen 68er, der sich offenbar nicht dumm hat machen lassen ...

Das war wohl der letzte Eintrag des Jahres 2005

Der Beitrag von Rudi Maier (Mediologische Vereinigung Ludwigsburg) über die Ausstellung im Lentos-Museum in Linz in der jüngsten Jungle World gibt uns den Anlass auf seine "so geht revolution"-Ausstellung hinzuweisen: "Werbung & Revolte - ein Ausstellungsprojekt in progress"


"So geht Revolution"

Hier findet sich jeweils zu Monatsbeginn die "Anzeige des Monats"


Es ist ja ein ständiges Geben und Nehmen. Kommunikationsguerilla wildert im Zeichenvorrat der sie umgebenden Kultur und die eignet sich anders herum immer wieder subversive Formen an. Da sieht man Plakatwände, die so tun, als wären sie verändert worden oder Tortenhersteller testen ihre Produkte auf ihre Wurffähigkeit. Dass aber auch Akteure sozialer Bewegungen zu Mitteln der Kommunikationsguerilla greifen, die sonst weder für radikal linke Politik noch für innovative Protestformen bekannt sind, zeigt das Beispiel der Deutschen Welthungerhilfe. becker_preuss_gude_juenemann374pxDiese sammelt seit dem 10. Dezember Spendengelder mit einem Plakat, das an die McDonalds-Werbung an Ausfallstraßen erinnert: "Hunger?" steht da in gelben konzerntypischen Buchstaben auf rotem Grund und auf dem darunter liegenden Pfeil "nur 4.291 km von hier". Die Plakate sind an Verkehrskreuzungen aufgehängt, oder um den Hals von Prominenten, die mit Sammeldosen über Weihnachtsmärkte ziehen. Damit verbindet die WHH Kommunikationsguerilla mit Spendenaquise und das hat es so wohl selten gegeben.
Von einer ähnlichen Entwicklung berichtete vor wenigen Tagen der Deutschlandfunk, der in Nordrhein-Westfalen einen Kirchenkreis ausgemacht hat, der die PR-Aktion der Bundesregierung für die anstehenden Agenda-Sauereien in einer Plakataktion aufs Korn nimmt. Ein Motiv zeigt einen privaten Sicherheitsdienstler, der behauptet "Hartz IV schafft Arbeit". Unter diesem Statement erscheint die Meldung, dass die Arbeitsagenturen zum Anfang des Jahres mit Tumulten in den Ämtern rechnen.
Man sieht also, Kommunikationsguerilla ist keine Domäne der radikalen Linken. sie findet auch schon im Namen des Herren statt.

Auf ihrem Pfingstcamp beschäftigte sich die sächsische PDS-Jugend in einem Workshop mit KG. Referent war Robert Ehrlich (Dresden)

Wie imitiert, verfremdet und übertreibt man die (visuelle) Sprache der Mächtigen? Wie macht man einen Flyer, einen Aufkleber, ein Plakat? Wie organisiert man ein gelungenes Tortenattentat?
Inspirierende Beispiele werden plastisch behandelt: Neue Slowenische Kunst (totale Überidentifikation mit der Macht), John Heartfield (Collage & Plakatkunst), die Barbie Liberation Organisation (Faken), der Londoner Sprayer Banksy (Snipen = visuelle Heckenschützenattentate auf Werbetafeln). Und so weiter!
„Bei diesem Seminar konnte man wieder einmal deutlich erkennen, was für Unsinn herauskommt, wenn Linke sich mit Ästhetik befassen.“ (Karl-Heinz Werthmüller am 2. Juni 2004 im Forum der PDS-Jugend Sachsen.)

 

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