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Happening

"Selbstinszenierung scheitert kläglich – Petra Roth geht in Jubel unter!

Frankfurt. In der Aula des historischen Hörsaalgebäudes auf dem Campus Bockenheim sollte gestern, am 16. Mai in herrschaftlicher Atmosphäre das sogenannte zweite Bürgerforum zum »Kultur-Campus Bockenheim« stattfinden. Empörte Anwohner_innen und Studierende ließen die die selbstgerechte Inszenierung von Oberbürgermeisterin (OB) Petra Roth und dem von ihr geladenem Podium jedoch in Jubelchören untergehen. Nach knapp 1 1/2 Stunden verließ ein sichtlich entnervtes Podium unverrichteter Dinge den Raum..."

Die ganze Geschichte, Flyer, Fotos, die irgendwie mit "Und alle so: Yeah" zu tun hat, gibt es hier:
//de.indymedia.org/2011/05/307796.shtml

Nicht nur spaßig
Zur nachruflichen Entsorgung Fritz Teufels


Im neuesten ak (ak - analyse & kritik - zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 552 / 20.8.2010) gibt es eine Würdigung der Würdigungen:

Am 6. Juli starb Fritz Teufel. Er wurde 67 Jahre alt. Ende der 1960er Jahre bekannt geworden durch provozierende Polit-Aktionen und als Mitbegründer der Berliner "Kommune 1", verbrachte Teufel acht Jahre in Haft, unter anderem als Mitglied der Bewegung 2. Juni. Wir baten Klaus Viehmann, der mit Fritz Teufel 1980 zusammen im Moabiter Hochsicherheitstrakt saß, um eine kritische Durchsicht der Nachrufe auf den "Clown mit der Schrottflinte" (Tagespiegel und taz).

Der ganze Artikel

Unmittelbares Bedürfnis

Warum Fritz Teufel einmal einem Bundesanwalt einen Fausthieb verpaßte

Am Samstag, den 21. Mai 1977 wurden Ronald Fritzsch, Gerald Klöpper, Till Meyer, Ralf Reinders, Andreas Vogel und Fritz Teufel morgens aus der U-Haft in Berlin-Moabit ins Polizeipräsidium am Tempelhofer Damm verbracht. Die »Sechserbande« aus der »Bewegung 2. Juni« wurde beschuldigt, den CDU-Politiker Peter Lorenz entführt zu haben. Da die Ermittler große Beweisnot litten, verfielen sie auf den Einfall, die Beschuldigten sage und schreibe 140 Zeugen vorzuführen. Auf Beschluß von Horst Kuhn, Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof, sollte das »auch gegen den Willen der Beschuldigten, erforderlichenfalls unter Anwendung unmittelbaren Zwanges« erfolgen. Bei Reinders, Vogel und Teufel sei »die Haar- und Barttracht (...) zum Zwecke der Gegenüberstellung« so zu ändern, »daß das Aussehen der Beschuldigten wieder dem zur Zeit ihrer Festnahme entspricht«, verfügte Kuhn. Auf zwei lange Tage war die Sache angesetzt, »die Fesselung der Beschuldigten« durchweg gestattet. Gewieft, wie sich Ermittlungsrichter Kuhn vorkam, sah er von einer »vorherigen Anhörung« zum Zwangsvorführungsprogramm ab, »weil dadurch der Zweck der geplanten Maßnahmen gefährdet würde«.

Schließer und Polizeibeamte nutzten die Gelegenheit, ihr Mütchen an den Genossen zu kühlen. Als die Gefangenen sich ihrer Überführung widersetzten, erhielten sie Schläge in die Nieren. Haarbüschel wurden ausgerissen. Bei der Vorführung auf dem Präsidium standen dann hinter jedem Gefangenen mehrere Polizisten. Ein Beamter hielt den Kopf fest, ein anderer hantierte mit einer am Handgelenk befestigten Knebelkette. Versuchten die Gefangenen, den Kopf zu senken oder die Augen zu schließen, wurden die Knebelketten in drastischer Weise zugeschnürt. »Na, gib ihm doch!« riefen die Polizisten. »Dreh mal fester– guck mal, wie schön meiner steht!« oder: »Zwei Umdrehungen sind noch drin, Fritze!« Die Hände einiger Gefangener liefen blau an. Bei Reinders platzte die Haut in Richtung Ellenbogen auf. Er blutete stark.

»Am Sonntag morgen hatten dann drei von uns das rechte Handgelenk verbunden«, schrieb Teufel später. Er schnitt sich für den Sonntag mit einer Rasierklinge »so gut es ging« eine Glatze und schminkte mit Stempelkissen, Schuhwichse und Lippenstift sein Gesicht. Ein Bundesanwalt versuchte ihm währenddessen »die ganze Zeit« weiszumachen, daß ein zwangsweise durchgeführtes Gesichtwaschen »juristisch gedeckt« sei. Wie es der Zufall wollte, lief dieser Anwalt dem Genossen einige Tage später bei einem Haftprüfungstermin im Kriminalgericht Moabit über den Weg. »Das ist er!« rief Teufel laut Bundesgerichtshof, und schlug dem Staatsanwalt Herbert Dörfler »mit der Faust ins Gesicht. Dabei zerbrach das Glas der Brille des Geschädigten.« Der erlitt »unter dem linken Auge eine erheblich blutende offene Verletzung«.

Teufel wertete den gezielten Hieb zutreffend »als Vergeltung für die Gegenüberstellungsmaßnahmen vom 21./22. Mai 1977«. Das bewahrte ihn leider nicht vor einer vierwöchigen Arreststrafe, die ihn allen Ernstes »nachdrücklich zur Einhaltung der Ordnung in der Haftanstalt« anhalten sollte, wie es Ermittlungsrichter Kuhn formulierte. Johannes Agnoli fand Jahre später die schöne Formulierung: »Befreiung ist ein unmittelbares Bedürfnis, das sich zum Beispiel in dem stillen Wunsch eines jeden Untergebenen (...) konkretisiert, dem jeweiligen Vorgesetzten einmal einen Fußtritt zu verpassen.«
In vielen Nachrufen auf Fritz Teufel wurde dieser für seinen böse-spitzbübischen Humor und seine feine Intellektualität gerühmt. Völlig zu Recht, allerdings: Soviel Vereinnahmung des am Ende völlig verarmten Genossen durch das Bürgertum war nie! Dabei gerät wohl nicht ganz zufällig der immer wieder auch gegen die herrschende Ordnung und ihre Schergen handfest konfrontationsbereite Fritz Teufel völlig aus dem Blick. Deswegen mußte diese Geschichte hier erzählt werden.

Junge Welt, 17.07.2010 / Feuilleton / Seite 12

via Anne Roth

Unter der Überschrift "Arbeitskampf - Flashmobs landen vorm Verfassungsgericht" berichtet FAZ-online (29.12.2009) über den Gang des Einzelhandelsverbandes HDE zum Bundesverfassungsgericht.

Das Bundesverfassungsgericht muss über eine neue Kampfstrategie der Gewerkschaften entscheiden. Der Einzelhandelsverband HDE hat eine Verfassungsbeschwerde gegen ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) eingelegt, wie sein Tarifexperte Heribert Jöris am Montag in Berlin sagte. Das BAG hatte im September eine Streikaktion der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gebilligt, bei der gezielt unter anderem ein Supermarkt der Lebensmittelkette Rewe in Berlin lahmgelegt worden war (Az.: 1 AZR 972/08). Ähnliche Kampfmaßnahmen gab es auch bereits in Drogerien sowie Schuh- und Bekleidungsabteilungen von Kaufhäusern."

Was ist passiert?
"Die Gewerkschaft rief während eines Tarifstreits im Dezember 2007 eigene Mitglieder sowie „Unterstützer“ im Internet dazu auf, bei diesem „Flashmob“ massenhaft Pfennigartikel in Einkaufswagen zu packen und dann im Kassenbereich stehen zu lassen, statt zu bezahlen."

Unter der Überschrift: "Einzelhandel wehrt sich" berichte FAZ-online, wie die der HDE in bekannter Manier versucht, Arbeitskämpfe zu verrechtlichen und - wo sonst der freie Markt gepriesen wird - nach dem starken Staat zu rufen:

"Der HDE nannte jetzt Flashmob-Aktionen ein „planmäßiges Verwüsten von Ladengeschäften“; Kunden sowie Mitarbeiter der Geschäfte würden dabei durch Gewerkschaftsmitglieder und „herbeigerufene handelsfremde Aktivisten“ belästigt. Jöris wies den Rat der Bundesarbeitsrichter zurück, sich mit einer vorübergehenden Schließung des Ladens zu wehren oder den Teilnehmern Hausverbot zu erteilen. Dies würde erst recht zu untragbaren Zuständen führen, sagte er. Leidtragende wären unbeteiligte Kunden. Der Einzelhandel wolle nicht akzeptieren, dass nach der Vorstellung des BAG „Flashmobber im Laden ihr Unwesen treiben dürfen“ und notfalls „mit Gewalt aus dem Geschäft gedrängt werden müssten“."


Zu Hilfe eilen ihnen erfahrene Juristen:

"Die Verfassungsbeschwerde haben der Arbeitsrechtler Gregor Thüsing von der Universität Bonn und der Verfassungsrechtler Christian Waldhoff von der Universität Bonn verfasst. Nach ihrer Ansicht verletzt die jüngste Rechtsprechung des BAG die Koalitionsfreiheit der Unternehmen. Denn die obersten Arbeitsrichter hätten ein völlig neues Kampfmittel zugelassen, das Tarifstreitigkeiten unkalkulierbar mache. „Alles ist möglich, nur beschränkt durch die praktisch nicht justitiable Grenze der Verhältnismäßigkeit“, rügen Thüsing und Waldhoff. Die Gewerkschaft könne Außenstehende aktiv in die Auseinandersetzungen einbeziehen; diese bildeten sogar regelmäßig die Mehrheit der Beteiligten. Damit drohe ein „Stellvertreterarbeitskampf“ – unter Umständen gegen den Willen der Belegschaft selbst."


Tja, man kann so was ja auch ohne offiziellen Aufruf der Gewerkschaften bei Bedarf öfters durchführen.

FAZ-online sah sich dann auch gleich zu einem entsprechenden Kommentar (29.12.2009) genötigt. Unter der Überschrift "Guerillataktik" werden wir aufgeklärt wie ganz arg gemein es doch ist, dass die Arbeitgeber hier mal den kürzeren ziehen müssen:

"Bestreikten Unternehmen hat das Bundesarbeitsgericht kürzlich den Rat gegeben, doch einfach ihren Laden dichtzumachen. Selbstmord ist jedoch niemals eine probate Lösung, um dem Tod zu entrinnen. Unternehmen haben aber kaum Möglichkeiten, sich gegen jene neue Aktionsform von Gewerkschaften zu wehren, die die höchsten Arbeitsrichter im gleichen Atemzug gebilligt haben: die sogenannten Flashmobs.

Gezielt werden dabei von Aktivisten Geschäftslokale lahmgelegt. Sympathisanten im Gewand ehrlicher Kunden können so in Guerrillamanier den ganzen Betrieb aufhalten. Videos, die im Internet abrufbar sind, zeigen plastisch, wie dann vor allem Belegschaftsfremde lustvoll Chaos stiften. Mit gleicher Verhandlungsmacht auf beiden Seiten, die Mindestvoraussetzung für einen ökonomisch vernünftigen Tarifabschluss ist, hat dies ebenso wenig zu tun wie mit dem Recht von Arbeitnehmern, einer Gewerkschaft fernzubleiben – „negative Koalitionsfreiheit“ genannt.
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Das Bundesverfassungsgericht sollte den Erfurter Irrweg beenden. Noch besser wäre es, die Politiker fänden endlich einmal den Mut, Arbeitskämpfe gesetzlich zu regeln – statt Richtern den Schwarzen Peter zu überlassen."

20 Jahre nach dem Zusammenbruch des "realen Sozialimus" sowjetischer Prägung lud das polnische Kulturinstitut Mayor Waldemar Fydrych und die von ihm gegründet Pomaranczowa Alternatywa (Orange Alternative) nach Wien zun einem Workshop und einer Aktion im öffentlichen Raum ein.



Zum Hintergrund des Slogans "Abendland in Zwergenhand"

*klima.MACHT.flucht - *Die sozialen Folgen des Klimawandels sichtbar machen!** www.klimamachtflucht.net *

Aktions- und Vernetzungskongress vom 3.-5. Juli 2009 in Hannover!

Was haben Kohlekraftwerke, verdorrte Äcker in Afrika und Kriegsschiffe im Mittelmeer miteinander zu tun? Unter welchen gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Bedingungen löst der Klimawandel Fluchtbewegungen aus? Und wie lenken wir den Blick auf dieses Thema?

Du hast Lust, nicht nur abstrakt zu diskutieren, sondern auch kreativ zu gestalten und politisch zu bewegen? Dann mach mit! Wir bringen Umweltbewegte, Aktive der Flüchtlingsarbeit und der antirassistischen Bewegung zusammen. Einfach alle, die sich in ihrem Alltag kritisch mit Fragen zu Klima, Macht und Flucht beschäftigen.

Aktiv - Kreativ - Politisch:
"klima.MACHT.flucht" bietet in thematischen und praktisch-kreativen Workshops viel Raum für Kritik an der UN-Klimapolitik, der EU-Migrationspolitik und den Machtverhältnissen, die zu "Klimaflucht" führen. Damit verstehen wir uns als Teil der Mobilisierung für den Protest anlässlich des nächsten Welt-Klima-Gipfels in Kopenhagen.

**ThemenWorkshops**
__Bewegungskulturen im Dialog__Wie sieht eine Flucht aus?__Europäische Grenzpolitik: Anpassung an den Klimawandel durch Abschottung?__Klimawandel, kleinbäuerliche Existenz und
Stadt-Land-Migration am Beispiel West-Afrikas_Was läuft falsch in der internationalen Klimapolitik?__Vernetzung für Kopenhagen: was geht?__Kopenhagen entern - Workshop zu Aktionen für die UN-Klimakonferenz in Kopenhagen__

**KreativWorkshops* *
KommunikationsGuerilla__klima.MACHT.flucht als Graffitti _reverse und non-reverse- Konzeptentwicklung und Direktumsetzung__Straßentheater, Entwicklung neuer Aktionsformen mit Zelten, Koffern und Kreide im Gepäck!

**Wir brauchen und machen andere Bilder!**
Wir tragen klima.MACHT.flucht direkt in die Stadt: Graffitti-Spray-Aktion mit Sprayern aus Stuttgart und Berlin mit Musik, Aufbau des Klimaflüchtlingslagers vom Aktionskünstler Hermann Josef Hack zentral in der Innenstadt und viele Aktionsformen, die wir neu entwickeln!

**Auch wenn´s dunkel wird…gibt´s buntes Programm!**
Abends diskutieren Aktivist_innen, Wissenschafter_innen und
Künstler_innen mit uns wie die sozialen Folgen des Klimawandels wirklich SICHTBAR gemacht werden können. Danach feiern wir bei guter Revolutionsmusik mit Band und DJ oder ziehen kreativ durch die nächtlichen Straßen!

Wollt ihr noch mehr wissen? Alle Infos gibt's auf unserer Website!
*www.klimamachtflucht.net*

*Jetzt anmelden auf unserer Webseite klimamachtflucht.net!*

Bis 10. Juni noch "Frühbucherrabatt": 16 Euro vegane Vollverpflegung, das volle klima.MACHT.flucht-Programm & Übernachtung inklusive.

Polnisches Institut (Am Gestade 7, 1010), Tanzquartier Wien, (Studio 1, Museumsplatz 1, 1070 Wien) Flex (Am Donaukanal-Augartenbrücke, 1010 Wien)

04.06.2009 - 06.06.2009

Zwergendasein als einziges, vernünftiges
(Über-)Lebensprogramm


Orange Alternative, die größte künstlerische Untergrundbewegung aller Zeiten, kommt an die Donau!

Der anarchistische Widerstand wurde vom „Major" Waldemar Fydrych im farblosen kommunistischen Polen ins Leben gerufen. Mit einfallsreichen und subversiven Happenings wirbelte die Orange Alternative den verstaubten politischen Alltag auf. Ihre grotesken Straßenaktionen provozierten, verblüfften, brachten die Bevölkerung zum Lachen und die Machthaber zur Verzweiflung. Wie kann die Polizei eine Demonstration unter dem Motto „Nieder mit der Hitze" auflösen? Weswegen sollten Zwerge verhaftet werden?

Bis heute reagiert noch die kreative Künstlergruppe auf Absurditäten des Alltags und entlarvt die Lächerlichkeit der Stereotypen und die ideologischen Phrasen in der Politik.

Kommt vorbei und nehmt an den Workshops teil!

Freut euch als Mitwirkende der Workshops auch auf einen Umzug zum Flex!

Teilnahme frei!! Achtung: begrenzte Teilnehmerzahl!

Anmeldung unter 01/533 89 61
oder sekretariat@polnisches-institut.at

Das gesamte Programm im Detail:

Workshops mit der Künstlergruppe „Orange Alternative":

Do., 4.6.09
11.00 - 14.00 im Polnischen Institut Wien
16.30 - 20.30 im TanzQuartier

Fr., 5.6.09
11.00 - 14.30 im Polnischen Institut Wien
17.00 - 20.00 im TanzQuartier Wien

Sa., 6.6.09
15.00 Eröffnung der Ausstellung „Orange Alternative" im Polnischen Institut
15.30-17.30 Happening vor dem Polnischen Institut, danach Umzug der Teilnehmer des Happenings durch die Straßen zum Klub „Flex"
18.00 Performances der „Orangen Alternative" vor dem „Flex"
20.00 Konzert der polnischen Band „Łąki Łan" (Hörbeispiel ) vor dem „Flex": Durch den einzigartigen Sound, furiose Kombination von punk und funk, witzige Kostüme und powervolle Live-Acts wurde die Gruppe zu einer der populärsten Bands der Warschauer Alternativ-Szene.

Info: 01/533 89 61

inszenieren "generalstabmässige Aktion" bei den Schweizer Schwimmmeisterschaften:

«Wagner setzte ein künstlerisches Denkmal zu Ehren des kriegerischen neoliberalen Konkurrenzsystems und Leistungswahns.»

So richtig kann er sich nicht entscheiden, der Zürcher Tagesanzeiger (23.3.2009), ob er empört sein soll oder doch gratulieren muss:

"Roland Wagners Weltrekord-Versuch über 50 Meter Crawl entpuppte sich am Renntag als Protestanlass des Cabaret Voltaire. Einige Sportfans fanden dies gar nicht lustig.

Wagner
Sorgfältig inszenierter Gag: Der Fanclub reist an, Roland Wagner konzentriert sich, jubelt und gibt Interviews.


Sonntagmorgen, 10.21 Uhr, Hallenbad Oerlikon. Der grosse Moment ist gekommen. Roland Wagner steht auf dem Startblock und lockert seine langen Arme. In wenigen Augenblicken wird der 44-jährige Manager und ehemalige Spitzenschwimmer an der Schweizer Meisterschaft den ersten Vorlauf über 50 Meter Freistil bestreiten. In diesem Rennen, so hatte er im Socialnetwork Facebook angekündigt, werde er den Weltrekord über 50 Meter Freistil brechen. Die 20-köpfige, mit rosa Schnauzmützen ausgestattete Delegation seines «Bison Fanclubs», die sich um 9 Uhr im Hauptbahnhof getroffen und gemeinsam mit dem Tram nach Oerlikon gefahren ist, macht auf der Tribüne Stimmung.

10.22 Uhr. Der deutsche Speaker kündigt Wagners Rekordversuch an, der Fanclub skandiert «Roo-li!-Roo-li!», die Athleten gehen in Position. Das Startsignal fällt. Wagner kommt schlecht vom Block, seine rosa Badekappe taucht als letzte aus dem Wasser. Nach wenigen Metern aber hat er zu seinen nicht mal halb so alten Konkurrenten aufgeschlossen, und man merkt, wie man mitzufiebern beginnt. Die Weltbestzeit wird er nicht aufstellen, doch, so hofft man mit und für ihn, schafft er ja wenigstens eine anständige Zeit und die Finalqualifikation. Die Hälfte der Beckenlänge ist zurückgelegt, da macht Wagner plötzlich eine Wende und crawlt im selben Tempo zum Startblock zurück. «Was söll dä Scheiss», sagt ein Zuschauer halb erstaunt, halb wütend. Als Wagner an seinem «Ziel» ankommt, reckt er die Faust in die Höhe und mimt den Sieger. Der Speaker ist empört, vereinzelte Buhrufe gehen durch die Halle. Nur der «Bison Fanclub», der johlt und feiert, öffnet Sektflaschen und schwenkt rosa Kartonschilder mit der Aufschrift «00:00:00 Sekunden».


Schliesslich enthüllt sich auch dem "Tagi"-Schreiber der Sinn des Ganzen, aber warum das Ganze wegen der Aufgereghteit von so ein paar Leistunghubern mit zuviel Hormonen und anderen Zutaten am Ende fast abgesoffen sein soll, erschliesst sich weder aus dem Verlauf der Aktion noch aus dem Artikel:

In diesem Moment dämmert es wohl jedem nicht Eingeweihten in der Schwimmhalle (ja, auch dem Schreibenden): Das ist die pralle Verarsche! Oder um es in den Worten der Pressemitteilung des Cabaret Voltaire wiederzugeben, die gleich im Anschluss an den «Wettkampf» verteilt wird: «Wagner setzte ein künstlerisches Denkmal zu Ehren des kriegerischen neoliberalen Konkurrenzsystems und Leistungswahns.» Wer sich die ganze doppelseitige Mitteilung zu Gemüte führt, entdeckt darin, wie «generalstabsmässig» (auch wenn dies in Zusammenhang mit dem Dadaismus der wohl unmöglichste Ausdruck ist) die ganze Schwimmkunst-Aktion geplant und durchgezogen wurde.

Man hat sehr gezielt und verblüffend glaubwürdig Facebook, Ron Orp, den «Tages-Anzeiger» und gar den Wiener «Kurier» und deren Teilnehmer und Leser hinters Licht geführt. Zwar entspricht vieles, was gesagt, gebloggt und gedruckt wurde, der Realität. So arbeitet Wagner tatsächlich bei IBM. Er ist auch Familienvater, war früher im Nationalkader, hat monatelang trainiert, und er hat die Limite für die Teilnahme an der Schweizer Meisterschaft erfüllt. Aber immer, wenn er oder Cabaret-Voltaire-Ko-Direktor Philipp Meier auf die Ernsthaftigkeit dieses Weltrekordprojekts angesprochen wurden (und dabei mit Vehemenz erklärten, das sei «eine topseriöse Geschichte»), haben sie im Zeichen der am Sonntag live vor Publikum enthüllten «sozialen Skulptur» (O-Ton Pressetext) geflunkert. Laut Roland Wagner hat nicht mal seine Schwimmtrainerin Susanne Keller von der Aktion gewusst, was ihm, wie er am Sonntag zugab, auch zu schaffen machte.

Einer wollte Wagner verprügeln


Nun, wie Kunstprofessorin Sibylle Omlin im Tagi-Interview vom 13. März erklärte, gehören Übertreibungen, Täuschungen oder Provokationen seit je zur Kunst, beim Dadaismus spielen sie gar eine zentrale Rolle. Wer dies weiss, gibt sich als fairer «Gelinkter» und gratuliert dem Cabaret Voltaire und Roland Wagner zur überzeugenden Protestaktion. Verständlicherweise sehen das nicht alle so. Gerade die Sportler, Coaches und Veranstalter, die Wagner nachträglich «aus sportethischen Gründen» disqualifizierten, fühlen ihre Meisterschaft für einen «schlechten Witz» missbraucht und – dies macht die Wut umso grösser – erst noch von einem aus ihrer eigenen Gilde.

Als dann jemand aus dem Fanclub ungeschickterweise auch noch eine Schampusflasche zerbricht (ob es wirklich nötig war, in der Halle das Sektnippen zu zelebrieren, sei dahingestellt) und deren Scherben bis fast an den Beckenrand runter verstreut liegen, kippt die Stimmung endgültig ins Ungemütliche. Es wird geschubst, aggressiv herumgeschrien, und ein komplett durchstartender Trainer droht Wagner gar handfeste Prügel an. Am Ende ist es dann die angerückte Polizei – auch das passt zu Dada, ist aber nicht inszeniert –, die schlichtet und die Aktion vor dem Ersaufen bewahrt."

Datum: Sonntag, 21. Dezember 2008
Zeit: 14:00 - 17:00
Ort: Helvetiaplatz
Stadt/Ort:
Bern, Switzerland

Wir setzen ein friedliches, aber eindeutiges Zeichen gegen den texanischen Tölpel, der sich in den letzen 8 Jahren zum mächtigsten Mann der Welt krönte.

"Bush ließ seine Armee gegen den ausdrücklichen Willen großer Teile der Welt und vieler Regierungen in den Irak einmarschieren. Den „War on Terror“, den „Krieg gegen den Terror“, nannte er einen „Kreuzzug“, ohne überhaupt zu begreifen, welche Assoziationen dieses Wort in der islamischen Welt auslösen musste."

Die Veranstaltung findet statt, wenn genügend Zusagen eintreffen.

Also nehmt eure alten Schuhe mit, wir bewerfen die US-Botschaft! Wir besammeln uns auf dem Helvetiaplatz!



Packliste: viele Freunde, Kollegen etc. und alte Schuhe!

Na, das haben wir doch immer schon gewusst:
Pop sells rebellion. Hier der Trailer für die bereits groß und breit angekündigte Rebel Rebel Academy.



"„Rebel Academy – Weiterbildung für Revolutionäre“
geht am 21.6. und 22.6.2008 ab 16Uhr vor dem Maxim Gorki Theater Belin auf die Barrikaden.

//www.youtube.com/watch?v=Z6DiaEzysOk

1848, 1918, 1968, 1988, ....2008 die Zeit ist Reif!
Du bist nicht "Große Koalition" – Du bist Rebell!
Du gehst mit dem Kopf durch Wände.
Revolutionär ist in Deutschland eine Berufung, aber kein Ausbildungsberuf.
Rebellen sind Amateure. Noch!

In der "Rebel Academy" lernst Du, was Du wissen musst, um die Welt vom Kopf auf die Füße zu stellen.
Während des Theaterspektakels „JUNG: REVOLUTION UND MELANCHOLIE“ des Maxim Gorki Theater Berlin veranstaltet anschlaege.de einen Trim Dich Pfad für angehende Rebellen und Revolutionäre.

Die "Rebel Academy" ist ein Freiluft-Parcours, eine Kirmes und ein Trainingscamp. An neun verschiedenen Stationen werden Fähigkeiten und direkt anwendbares Wissen vermittelt. Alles was die Revolution erfolgreich macht: endlich! Die Spielregeln der Ausbildung sind einfach: Mitmachen kann jeder. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Mehr zum Gorki:
//www.gorki.de/portal/index.php?id_language=1&month=06&year=2008&block=3

Mehr zum Theaterspektakel JUNG:
//www.anschlaege.de/files/58/GorkiPlanetJung.pdf

Mehr zu anschlaege.de
//www.anschlaege.de"

 

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