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Die Initiative "Besorgte Kinder" ruft zu einem Wettbewerb um das kreativste Schild auf der homophoben Demonstration am 3. Mai 2014 in Stuttgart gegen den Bildungsplan auf:

"Bereits auf den drei vorangegangenen Demonstrationen waren Aktivist/innen von uns mit eigenen Schildern vertreten. Eine Auswahl der Aufnahmen findet ihr unter Hall of Fame.

Jetzt seid ihr an der Reihe – malt ein lustiges Schild, lasst euch auf der Demo von euren Freunden fotografieren und schickt und macht beim Wettbewerb mit! Mehr dazu unter Mitmachen

Wie wir darauf kommen…

Wir haben auf den Demos die unglaublich bescheuerten, aber auch irre komischen Schilder der Bildungsplangegner/innen gesehen und begannen uns ernsthaft sorgen um unsere Eltern zu machen. Da dachten wir, was unsere besorgten Eltern machen, können wir um unsere Eltern besorgte Kinder auch und haben angefangen irrwitzige Schilder zu malen und auf die Demo zu gehen.

Das lustigste war aber, dass unsere besorgten Eltern die verrückten Schilder auf ihrer Demo nicht einmal bemerkt haben – oder zumindest haben sie sie nicht weiter gestört. Unsere Eltern müssen verrückt sein!"

In der (Nord-?)-Taz (31.3. 2014) lesen wir ein Interview mit einem
Privatdozenten des Hedonistischen Instituts für angewandte Populismusforschung "über Stammtischparolen und das leichte Spiel, mit haarsträubenden Geschichten in den Medien zu landen".

Im Interview: Jesko Gibs, 24, Privatdozent des Hedonistischen Instituts für angewandte Populismusforschung in Hamburg:

"Hamburger Hedonisten enttarnen sich
„Ein reines Schauspiel“
"

taz: Herr Gibs, Sie baten um ein Interview, weil Sie einen Hoax, also eine in den Medien platzierte Falschmeldung, aufklären wollen. Was haben Sie angestellt?

Jesko Gibs: Wir haben uns mit Diskursen beschäftigt, die in der Bundesrepublik en vogue sind und immer wieder aufkochen. Beispiele wären die von Thilo Sarrazin und Matthias Matussek ausgelösten Debatten, die in der Form große Ähnlichkeiten aufweisen.

taz: Inwiefern?

Beide artikulieren auflagenstark ihren gesunden Menschenverstand, für den sie ihre Ausfälle gegen Feminismus, Homosexualität, Erwerbslose oder Einwanderung halten, und behaupten gleichzeitig, dass solche Äußerungen aufgrund politisch korrekter Zensur angeblich unsagbar geworden seien. Obwohl doch die schweigende Mehrheit der „Normalen“ eigentlich genauso denke.

Dadurch inszeniert sich diese platte Wiedergabe von Stammtischparolen als mutiger Akt des Tabubruchs. Das fanden wir lächerlich und da dachten wir uns, wenn es so einfach ist, mit so einer Masche erfolgreich zu sein, versuchen wir das auch.

taz: Was genau?

Wir probieren die gleichen absurden Argumentationsschemen aus und zeigen auf, wie einfach man von den Medien Gehör für Unsinn findet.

taz: Sie sind als Fleischliste in die Rolle der großen Fleischverfechter geschlüpft und bei der Wahl des Studierendenparlaments an der Hamburger Uni angetreten.

Genau, als Leute, die sich in ihrer Freiheit beschnitten sehen durch diese angeblichen Pläne einer Minderheit, einen Veggie-Day an der Hamburger Uni einführen zu wollen. Dabei hat niemand, vor allem nicht das Studierendenwerk, das zu seinem Vorhaben erklärt.
Mit abstrusen Parolen wie: „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf“, haben wir versucht, so etwas Banales wie den Veggie-Day zum gesellschaftspolitischen Thema hochzustilisieren. Nach dem Muster: Die da oben machen doch was sie wollen, auf Kosten der Mehrheit. Das Thema ist total banal, es hat aber super funktioniert, wenn man sich die Berichterstattung, Kommentare und Zuschriften anschaut.

(…)

taz: Das riecht nach Kommunikationsguerilla. Wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich dieser Mittel zu bedienen?

Unsere Gruppe kommt aus dem Fahrwasser der hedonistischen Internationalen und beschäftigt sich mit Theorien der Kommunikationsguerilla. Also damit, wie man die Zeichen des Diskurses nutzt, um sie gegen den Diskurs selber zu wenden. Da gibt es ja dieses schöne Zitat von Roland Barthes, dass die wirksamste Art, den Mythos zu sabotieren, ist, ihn einfach zu modifizieren. Die Chiffren zu übernehmen und ihn dadurch zu entstellen, um zu zeigen, wie hohl das Ganze eigentlich ist.


Zum ganzen Interview

Die "Heilbronner Konditorei für konsequente Aufklärung" hat am 7.2.2014 in Ludwigsburg Innenminister Gall mit einer Torte beschenkt.

Stellungsnahme der Konditorei auf indymedia

Die taz titelt: "Süße Forderung nach NSU-Ausschuss"

Die Südwestpresse geht auch auf das taktische Vorgehen der "Konditorei" ein.

Das Peng!Collective hat mit einer Luft-reinigenden Wundermaschine, am 11. Dezember 2013 am Science Slam des Shell-Konzerns teilgenommen.
Junge Wissenschaftler_innen konnten dort ihre Ideen zum Thema erneuerbare Energien präsentieren und Shell sich im Sinne der Corporate Social Responsibility positiv darstellen. Dieses Greenwashing wurde durch die ölspritzende Wundermaschine nachhaltig versaut...

Video auf //slamshell.com/

So geht Kommunikationsguerilla!

Die taz (6.12.2013) bringt ein Interview mit dem "Kommando Gerhard Schröder" aus dem Umfeld der Hedonistischen Internationalen ("Wir, eine sozialdemokratische Splittergruppe in der Hedonistischen Internationale") in Sachen "Droh-Anrufe" aus dem Willy-Brandt-Haus in Sachen Mitgliederabstimmung zur Grossen Koalition.

Der vermeintliche SPD-Mitarbeiter argumentiert allerdings durchaus überzeugend:

"Wir haben nur die Positionen des SPD-Vorstands wiedergegeben. Diese haben wir aus Statements in der Presse entnommen und aus der Musterrede, die die Partei zuletzt an SPD-Funktionäre verschickt hatte. Und wir haben verdeutlicht, dass ein „Nein“ undemokratisch sei, die 150-jährige Geschichte der SPD bedrohe und dass sich Nein-Sager ins innerparteiliche Abseits bewegen könnten. Das alles haben wir mit Zitaten von Willy Brandt angereichert. Das kommt bei uns Sozialdemokraten immer gut an. "

Auf der Webseite der HI beschwert sich Michael Wiegand (wer da nicht an Karl Wienand denkt: "Laut Herbert Wehner galt Wienand als „Mann für heikle Fälle“. Nach Auffassung des Historikers Arnulf Baring gehörte er „zum sozialliberalen Kernbereich, zur Handvoll ihrer wichtigsten Figuren“):

"Das Kommando Gerhard Schröder ist empört über die Reaktionen aus der SPD-Zentrale, welche die Aktion, zumindest öffentlich, verurteilen und gar mit einer Anzeige drohen.

„Im aktuellen Klima in der Partei, gibt es nichts Wichtigeres als Abweichler auf Kurs des Vorstandes zu bringen. Als treue und aufrechte Genossen ist es nur folgerichtig der Generalsekratärin und dem Vorsitzenden Schützenhilfe zu leisten.“

Deshalb müsse die Aktion „Mehr Telefonie wagen!“ jetzt bundesweit fortgesetzt werden.

 

twoday.net AGB

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