0 Kollektives BLOG Mitmachen
a.f.r.i.k.a.-texte
Aktionsvorschlaege
Angewandter Realismus
Anstrengungen zum Begriff
Billboard Liberation
Biographisches
BlogchronikReview
Camouflage
ConsumeYourMasters
Culture Jamming
Cut up Collage Techniken der KG
Faelschungen und Camouflagen
Fake
Gegenoeffentlichkeit
Graffiti
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
icon

 
0100101110101101.ORG's fake movie hits the streets of your city ... and your mind


UnitedWeStand
"United We Stand. Europe has a mission" is the punchy title of the non-existent, fully EU-produced Hollywood-style blockbuster: "A
brilliant mix of espionage and sci-fi political stereotypes in which
Europe, not the USA, saves the world from impending doom". The project that consists in the invention and promotion of this nonexistent movie is hitting public and media space all over the world through city-scale urban installations and viral communication tactics.

Isn't there something odd about this poster?
The streets of Berlin, Brussels, Barcelona, Bangalore and New York have been plastered with thousands of posters of this fake movie, in the first stage of a long-term communication strategy that began in late 2005 and will gradually cover the whole media spectrum from blogs to magazines and TV. Full page United We Stand ads have been spotted all over Europe, in magazines devoted to art, youth culture and life styles. More are to come. "I'd heard about this new project - comments Spanish art critic Nilo Casares - but it was only when I saw the poster at the entrance of the European Parliament that I understood what 0100101110101101.ORG meant"

"United We Stand" the movie
It is the year 2020. With the excuse of halting North Korea's nuclear
arms proliferation, the USA has declared war on China - a development long expected by international analysts. "We have a problem. Make that two: America and China", with these words, the European president calls for the intervention of a special Task Force: an undercover emergency team composed of five highly
trained individuals only known as the English, the French, the German, the Italian and the Spanish agents. Their mission: to work behind the scenes to resolve the international crisis before it's too late and disarm the two superpowers without resorting to brute force. "The power of the United States is a thing of the past - claims the French Task Force agent - How can you go around like John Wayne in a globalized world, where anything you do affects everything and everyone? In the networked world that we live in, the European model is fated to win". Through international espionage, hi-tech sabotage and after many ups and downs, the Task Force comes close to achieving its aim. But when victory is within their sight, the mission apparently fails. How will Europe resolve the international crisis?

The European Dream. Propaganda for the 21st century?
United We Stand touches on themes of subliminal art, cultural propaganda and European identity, clashing against expectations and exploding cultural stereotypes. "Everyone remembers Peter Fonda in Easy Rider - says 0100101110101101.ORG's Eva Mattes - nobody is surprised by a leather jacket with an American flag, while the same jacket with a European flag would only make you laugh". Why is the patriotic iconography of the USA commonly accepted, while when it is applied to Europe it completely changes its meaning and actually becomes ludicrous? Like Mattes' previous large-scale work Nike Ground, United We Stand provokes an unexpected wave of collective hallucination where over-identification, falsehood and consequent disclosure are key elements that foster critical thinking and provoke discussion around a topic. "How do people perceive recent geo-political developments in Europe? - asks Nilo Casares - Is the European Dream the human and social project we will have to comply with? The issue is not whether or not people would like to see United We Stand; whether real or fake, this movie is a brilliant representation of the 'zeitgeist'"

Public disclosure
Since December 10th, Postmasters Gallery in New York has been the first of a series of art venues to host the disclosed side of the United We Stand project. The exhibition will run parallel to the ongoing communication strategy. "We are working simultaneously on this double track, the "fictional" and the "real" - explains Franco Mattes - in this sense, spectators in the gallery who are aware of the multiple layers are passive voyeurs, while the unaware "spectator", or passerby, is actually part of the artwork".

About the authors
Eva and Franco Mattes - internationally known as 0100101110101101.ORG - are a couple of restless European con-artists who use non-conventional communication tactics to obtain the largest visibility with the minimum effort. Past works include inventing and promoting a nonexistent artist; spreading a computer virus as a work of art; challenging and defeating Nike Corporation in a legal battle for a fake advertising campaign.

To contact Eva and Franco Mattes:
Contact [at] 0100101110101101.ORG

Tagung ZUGABE, ziviler Ungehorsam im Wendland, Feb. 2006
Ziviler Ungehorsam hat schon oft die politische Wirklichkeit verändert. Ob in Mutlangen, Büchel, Gorleben oder der freien Heide, ob gegen Atomkraft, Gentechnik oder gegen den Krieg: Sehr viele Menschen haben sich aus unterschiedlichen Anlässen an gewaltfreien Aktionen beteiligt. Von der Sitzblockade über Feldbesetzungen bis hin zu neuen Formen der Kommunikationsguerilla: die Formen sind vielfältig und haben sich mit der Zeit auch verändert. Es ist Zeit, in dieser Vielfalt zusammenzukommen - deshalb diese Tagung

via Kreativer Straßenprotest

Das Tübinger Tagblatt (8.12. 2005)berichtet über neue Entwicklungen im Hinblick auf die Repressionen gegenüber den Tübinger TortenkünstlerInnen:


"Tortenwerfer-Gehilfe erhielt zwei Jahre Hausverbot für Neue Aula: Weiter gegen Studiengebühren

TÜBINGEN. Selbst überregionale Medien griffen den Tortenanschlag vom 2. November auf den Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz Prof. Peter Gaethgens in Tübingen auf. Inzwischen ist der Rauch etwas verflogen. Nun hat die Tübinger Staatsanwaltschaft einen zweiten Tortenwerfer identifiziert. Er bekam zwei Jahre Hausverbot – allerdings nur für die Neue Aula.

Es war die „soziale Ungerechtigkeit des deutschen Bildungssystem“ – konkret die Studiengebühren –, aber auch die „rechtlose Lage des ASTA“, der studentischen Vertretung, die in Baden-Württemberg „keine legalen Möglichkeiten zur politischen Meinungsäußerung habe“. Das sagt Tobias K., einer der Tortenwerfer. Das habe die Süßspeisenattentäter aufgebracht. Sie wollten etwas tun. Denn Podiumsdiskussionen verhallten stets im Nichts.

(...)

So hätten die vier Studenten „zivilen Ungehorsam“ praktiziert, eine „satirische Provokation“, kamen auf die Torte, schritten am 2. November zum Pult und drückten dem Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz die Torte ins Gesicht. Seither hat K., der lange Jahre in der Fachschaft aktiv war, „viel gelernt“.

Zwar sei die Thematik dadurch in die Medien gekommen, doch der Umgang einzelner Journalisten mit den Tortern sei nicht immer optimal gewesen. Falsch sei etwa, dass einer der Torter den Kopf von Gaethgens festgehalten habe. K.: „Das wäre ja wie eine Hinrichtung.“ Da habe der Drang zur Sensation überwogen.

Schlechter Stil der "Bild"

Sauer sind die Studierenden auf die Bild-Zeitung. An die mündliche Abmachung, die noch nicht identifizierten Torter auf dem Bild zum Artikel unkenntlich zu machen, habe das Boulevard-Blatt sich nicht gehalten. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft einen weiteren Torter identifiziert. Es ist ein 21-jähriger Student der Neueren Geschichte und Politikwissenschaft. Er erhielt zwei Jahre Hausverbot – allerdings nur für die Neue Aula. Dagegen droht dem Magister der Politikwissenschaft K. ein generelles Uni-Verbot für zwei Jahre. Über eine aufschiebende Wirkung bis zur Verhandlung vor dem Sigmaringer Verwaltungsgericht ist noch nicht entschieden.

Für K. kommt diese Strafe einem „regionalen Berufsverbot“ gleich, sagt er. Denn er will über einen internationalen Vergleich der Schulpolitik promovieren. „Unmöglich“, sagt er, „ wie soll ich an die Forschungsliteratur herankommen?“

Soli-Partys für "Torter"

Der Tübinger Rektor Eberhard Schaich erhalte für seine Linie massive Unterstützung aus der Bevölkerung, sagte er. Eine „Rabattverhandlung“ gebe es nicht. Er hatte jüngst durchblicken lassen, dass man wieder reden könne, wenn der angehende Doktorand ein Exposee schreibt und einen Doktorvater findet. Da gibt es Hoffnung. Denn kürzlich meldete sich ein Professor, der Interesse an einer Betreuung von K.s Arbeit signalisierte. Über dieses „solidarische Angebot“ habe sich der 30-Jährige sehr gefreut.

K. habe überwiegend positive Reaktionen auf den Tortenanschlag erhalten, sagt er. Auf „Soli-Partys“ in Wohnprojekten wurde Geld für die Anwaltskosten gesammelt. Auch bei der Streik-Party an der Uni-Klinik ging die Büchse herum. Sammelangebote gab es auch von Bands, einem Diskoveranstalter und von der Fachschaft Politik. Derzeit haben die Torter etwa die Hälfte der 1.300 Euro-Anwaltskosten drin. Die Studierenden wollen ihren Kampf gegen die Studiengebühren fortsetzen, auch wenn sie erst einmal beschlossen sind. Die nächsten Aktionen sind bereits geplant.

In der Stuttgarter Zeitung (1.12. 2005) steht heute ein launiger Artkel zum Tübinger Tortenwurf. Der Journalist hat offensichtlich im "Handbuch der Kommunikationsguerilla" gebllättert. So liest sich ein Artikel, wenn einer in Schreiblaune und sich von der Kommunikationsguerilla hinreißen lässt.
Und immer wieder Tübingen! Tübingen die Hochburg der Tortenwerfer-Internationale, ha, ha, selten so gelacht. Selbst das Handbuch der Kommunikationsguerilla soll im Tübinger Umfeld entstanden sein.
Hey GenossInnen! Dem nächsten Journalisten erzählt ihr aber die Chose von Rovereto und Amsterdam. Marbach und Marburg waren auch schon lange nicht mehr dran .... Hi, hi ...

An der Kölner "Kunsthochschule für Medien" (gar nicht so einfach rauszukriegen, in welcher Stadt sich diese Hochschule befindet - jedenfalls werte Mediengestalter, bei Webseiten ist der Inhalt nicht ganz belanglos) war Marcus S. Kleiner zu einem Gastvortrag über Kommunikationsguerilla eingeladen. Die Veranstaltung ist zwar gelaufen, wegen der prinzipiellen Bedeutung der Argumentation wollen wir den FreundInnen der Kommunikationsguerilla aber den Inhalt der Ankündigung (hier als pdf-File) nicht vorenthalten:

»Wir sehen theoretische Reflexion als Voraussetzung für eine subversive politische Praxis an, und auf der anderen Seite haben unsere Erfahrungen aus verschiedenen konkreten Aktionen wiederum die Theoriebildung beflügelt. Denn Subversion erfolgt nicht aus einer zahlenmäßigen Überlegenheit oder einer starren Theorie, sie lebt zugleich aus der Unberechenbarkeit, Wandelbarkeit und Vielfältigkeit von Aktionsformen und -feldern« (autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe/mittlerer neckar). Die Ansätze der Kommunikationsguerilla können allgemein als Versuch der aktionsbasierten Störung alltäglicher Medienkom munikationen
und Medieninszenierungen bzw. gesellschaftlicher Kommunikationsprozesse sowie als elektronischer Widerstand, u.a. im Hinblick auf das Internet als Aktionsmedium, gegen gesellschaftliche und mediale Hegemonie verstanden werden. Kritik kann aus dieser Perspektive nicht allein bzw. nur sehr eingeschränkt diskursiv erfolgreich sein, sondern muss primär in eine Praxis überführt werden, die die Aporien, Widersprüche und Repressionsmechanismen der Medienkommunikationen und Medieninszenierungen sowie der Gesellschaft bzw. gesellschaftlicher Kommunikation durch spezielle Methoden und Praxen anschaulich macht. Hierdurch soll eine Gesellschafts- und Medienkritik kritisiert werden, die rein diskursiv operiert und sich in selbstreferentiellen Diskussionszusammenhängen erschöpft, ohne das Gros der Mediennutzer und Bürger zu erreichen.

Die von der Kommunikationsguerilla kritisierten Ansätze stellen somit letztlich nur Aufklärung für Aufgeklärte bzw. für über die Aufklärung der Aufklärung Aufgeklärte dar. Diese Form der Gesellschafts- und Medienkritik ist nicht nachhaltig und kann den Medienprozess und die Medienrezeption sowie gesellschaftliche Kommunikationsprozesse, wenn überhaupt, nur sehr fragmentarisch beeinflussen. In meinem Vortrag werde ich einen Überblick über Diskurs und Praxis der Kommunikationsguerilla geben sowie ihre Ansätze im Feld der Medienkritik verorten.«

Kommunikationsguerilla
Gastvortrag von Marcus S. Kleiner (Medien- & Kommunikationswissenschaftler) im Seminar Entzerrung
Atelier Grundlagen der Gestaltung, Filzengraben 8–10, 3. OG
Donnerstag, 10.11., 15:00


Hier sei der in der Tat der Hinweis auf das Handbuch der Kommunikationsguerilla erlaubt, wo die von M. Kleiner in der Ankündigung aufgeworfene Frage explizit abgehandelt wird.

Eine ganz andere Frage ist, inwiefern die Nachhaltigkeit neu zu bestimmen wäre. Es geht dabei um Verschiebungen in der kapitalistischen Produktionsweise selbst. Nämlich inwiefern die Nachhaltigkeit der Kritik der KG nicht neu zu bestimmen wäre. Vermutlich ist Nachhaltigkeit auch der falsche Begriff. Wenn die kapitalistische Ökonomie immer mehr auf Brands und Images abhebt, wäre zu diskutieren, ob nicht genau hier strategisch anzusetzen ist und Imageverschmutzungen als Teil einer nachhaltigen Strategie zu konzipierbar sind. Darüber denken wir im Moment nach und dazu werden wir uns in absehbarer zeit auch äußern. Erste Formulierungsversuche finden sich im Text "Imagebeschmutzung. Macht und Ohnmacht der Symbole" in HKS 13 (Hg.), vorwärts bis zum nieder mit. 30 Jahre Plakate unkontrollierter Bewegungen, Assoziation A, hier: S. 122. "Zur politischen Ökonomie der Bilder und Symbole".

DuBistNazideutschland</a>

Zum Nazi-Vergleich in diesem Blog

o.k. die werbefritzen mit ihren 1,6 Milliarden kontakten haben nun ein wenig gegenwind erleben müssen. aber die frage ist doch, ob es sinn macht, das gegenwärtige deutsche nationalgefühl mit dem NAZI-Vergleich zu kritisieren.

Das könnte in zweierlei hinsicht nach hinten losgehen.

Die Bildung nationaler Wahnideen ist immer darauf angewiesen dass jemand den wahn für real hält. ex negativo bestätigt eine solche kritik die vorgestellten gemeinschaften und die kritik daran lässt sie ein stück mehr real erscheinen.

Darüber hinaus unterstützt der Nazi-Vergleich die Bildung eines "normalen" Nationalgefühls, weil er einfach nicht stimmt.

Historisch nicht, moralisch nicht und biographisch sowieso nicht. Der Nazi-Vergleich entwertet die aktuelle Kritik am neuen deutschen Hochgefühl.

Damit sind wir beim zweiten Punkt. das neue deutsche Nationalgefühl muss kritisiert werden nicht wegen auschwitz, sondern es gibt genug aktuelle gründe diese ganze chose radikal in Frage zu stellen.

Vor dem Hintergrund von Auschwitz verblassen aber alle aktuellen Schweinereien. Wenn wir aber dieselben unter Bezug auf den Nazi-Vergleich kritisieren, lässt sich das zurecht zurückweisen.

Und ausserdem erscheinen die aktuellen Schweinereien dann auch vergleichsweise harmlos, weil Faschismus ist es ja noch nicht.

Ich hoffe das Problem ist nachvollziehbar. Denn wir sollten die herrschenden Verhältnisse unabhängig von der deutschen Geschichte kritisieren, sonst fallen uns die aktuellen Verhältnisse auf die Füße.

Ungeachtet dessen kann man die Werbefritzen mit ihren 1,6 Milliarden Kontakten gerne ein Stück piesacken! Aber mit einer Analyse sollten wir das nicht verwechseln.

 

twoday.net AGB

xml version of this page

xml version of this page (summary)

powered by Antville powered by Helma