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Die taz porträtiert den Subkultur-Veteranen Graf Haufen und vermittelt dabei ein recht lebendiges Bild des Neoismus, an dem dieser u.a. als Organisator eines Apartment-Festivals beteiligt war:
Es gibt jedoch ein ganz anderes Buch von Haufen: "Neoism.Now", ein 1987 auf dem Commodore C64 zusammengeschriebenes Werk über die Avantgarde-Kunstbewegung Neoismus. "Haben wollte das damals niemand, 100 Stück habe ich von dem Buch drucken lassen, 60 davon verkauft." [...] Diese Kunst-Antikunst-Bewegung ging aus dem Fluxus der Sechzigerjahre und dem Situationismus hervor und versuchte, sich durch mannigfaltige Verwirrstrategien permanent dem Kulturbetrieb zu entziehen. Bis heute gibt es keine endgültige Definition, was Neoismus genau ist, jeder kann sich Neoist nennen und eine eigene Bedeutung erfinden. Typische Aktionen waren Kunststreiks, bizarre Bodyart-Performances sowie das strategische Verbreiten von Gerüchten und Unwahrheiten.

Haufen betrieb damals eine Galerie, "Artcore", die, wie er meint, erste Wohnraumgalerie in Berlin überhaupt. Er beschäftigte sich mit Mail-Art und Konzeptkunst und versuchte, Teile seines Körpers zu verkaufen, Speichel oder Sperma zum Beispiel. [...] Für Haufen allerdings hatte es sich, nachdem er von 1987 bis 1989 seine zweite Galerie "Paranorm" in der Lützowstraße betrieben hatte, gehabt mit der Kunst: "Seit 1990 bin ich im Art Strike", sagt er, findet aber auch, dass fünfzehn Jahre Streik vielleicht langsam reichen.

[...] Die Fotos zeigen den jungen Haufen bei einer rituellen Bartrasuraktion, man sieht sein Klo, komplett bestempelt, und eine Kotzlache im Wohnzimmer als Installation in einer Ausstellung, in der es um "Riechkunst" ging. Dann Haufen beim Action-Painting - Senf, Rotkohl, Ketchup, Nelkenöl auf Leinwand: "Das Bild hing nachher zwei Wochen lang in einem Plattenladen, hat angefangen zu schimmeln und entsetzlich zu stinken. Die in dem Laden mussten unheimlich leiden."
 

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