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An der Kölner "Kunsthochschule für Medien" (gar nicht so einfach rauszukriegen, in welcher Stadt sich diese Hochschule befindet - jedenfalls werte Mediengestalter, bei Webseiten ist der Inhalt nicht ganz belanglos) war Marcus S. Kleiner zu einem Gastvortrag über Kommunikationsguerilla eingeladen. Die Veranstaltung ist zwar gelaufen, wegen der prinzipiellen Bedeutung der Argumentation wollen wir den FreundInnen der Kommunikationsguerilla aber den Inhalt der Ankündigung (hier als pdf-File) nicht vorenthalten:

»Wir sehen theoretische Reflexion als Voraussetzung für eine subversive politische Praxis an, und auf der anderen Seite haben unsere Erfahrungen aus verschiedenen konkreten Aktionen wiederum die Theoriebildung beflügelt. Denn Subversion erfolgt nicht aus einer zahlenmäßigen Überlegenheit oder einer starren Theorie, sie lebt zugleich aus der Unberechenbarkeit, Wandelbarkeit und Vielfältigkeit von Aktionsformen und -feldern« (autonome a.f.r.i.k.a.-gruppe/mittlerer neckar). Die Ansätze der Kommunikationsguerilla können allgemein als Versuch der aktionsbasierten Störung alltäglicher Medienkom munikationen
und Medieninszenierungen bzw. gesellschaftlicher Kommunikationsprozesse sowie als elektronischer Widerstand, u.a. im Hinblick auf das Internet als Aktionsmedium, gegen gesellschaftliche und mediale Hegemonie verstanden werden. Kritik kann aus dieser Perspektive nicht allein bzw. nur sehr eingeschränkt diskursiv erfolgreich sein, sondern muss primär in eine Praxis überführt werden, die die Aporien, Widersprüche und Repressionsmechanismen der Medienkommunikationen und Medieninszenierungen sowie der Gesellschaft bzw. gesellschaftlicher Kommunikation durch spezielle Methoden und Praxen anschaulich macht. Hierdurch soll eine Gesellschafts- und Medienkritik kritisiert werden, die rein diskursiv operiert und sich in selbstreferentiellen Diskussionszusammenhängen erschöpft, ohne das Gros der Mediennutzer und Bürger zu erreichen.

Die von der Kommunikationsguerilla kritisierten Ansätze stellen somit letztlich nur Aufklärung für Aufgeklärte bzw. für über die Aufklärung der Aufklärung Aufgeklärte dar. Diese Form der Gesellschafts- und Medienkritik ist nicht nachhaltig und kann den Medienprozess und die Medienrezeption sowie gesellschaftliche Kommunikationsprozesse, wenn überhaupt, nur sehr fragmentarisch beeinflussen. In meinem Vortrag werde ich einen Überblick über Diskurs und Praxis der Kommunikationsguerilla geben sowie ihre Ansätze im Feld der Medienkritik verorten.«

Kommunikationsguerilla
Gastvortrag von Marcus S. Kleiner (Medien- & Kommunikationswissenschaftler) im Seminar Entzerrung
Atelier Grundlagen der Gestaltung, Filzengraben 8–10, 3. OG
Donnerstag, 10.11., 15:00


Hier sei der in der Tat der Hinweis auf das Handbuch der Kommunikationsguerilla erlaubt, wo die von M. Kleiner in der Ankündigung aufgeworfene Frage explizit abgehandelt wird.

Eine ganz andere Frage ist, inwiefern die Nachhaltigkeit neu zu bestimmen wäre. Es geht dabei um Verschiebungen in der kapitalistischen Produktionsweise selbst. Nämlich inwiefern die Nachhaltigkeit der Kritik der KG nicht neu zu bestimmen wäre. Vermutlich ist Nachhaltigkeit auch der falsche Begriff. Wenn die kapitalistische Ökonomie immer mehr auf Brands und Images abhebt, wäre zu diskutieren, ob nicht genau hier strategisch anzusetzen ist und Imageverschmutzungen als Teil einer nachhaltigen Strategie zu konzipierbar sind. Darüber denken wir im Moment nach und dazu werden wir uns in absehbarer zeit auch äußern. Erste Formulierungsversuche finden sich im Text "Imagebeschmutzung. Macht und Ohnmacht der Symbole" in HKS 13 (Hg.), vorwärts bis zum nieder mit. 30 Jahre Plakate unkontrollierter Bewegungen, Assoziation A, hier: S. 122. "Zur politischen Ökonomie der Bilder und Symbole".
 

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